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#1 Brahea Armata im Freiland? von pheno 13.11.2016 14:32

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Hallo zusammen,
Wer von Euch hat schon eine Brahea Armata ausgepflanzt?
Ich selber habe seit 3 Jahren ein jetzt 1m hohes Exemplar im Topf, sie entwickelt sich zufriedenstellend und hat in diesem Sommer 5 neue Wedel geschoben. Sie steht ganzjährig draußen (im Winter überdacht und bei starkem Frost vorübergehend in der Garage).
Eigentlich hatte ich vor die Brahea im nächsten Frühjahr ins Freie zu entlassen. Inzwischen bin ich mir nicht mehr sicher ob das eine gute Idee ist.
Mir ist diesem Sommer der sehr geringe Wasserbedarf aufgefallen, die Brahea brauchte kaum gegossen werden. Meine selbstgemischte Palmenerde (alle anderen Palmen lieben sie, 60 % gute Blumenerde, 20% (Quarz)Sand und 20% Blähton) scheint für die Brahea zu schwer zu sein?
Ich habe im Garten sehr lockeren Sandboden, müsste eigentlich perfekt für die Brahea sein. Allerdings ist es hier am Niederrhein im Winter immer sehr feucht, vielleicht zu nass ? Meine ausgeplanzten Trachy spp, Chamaerops ssp und Phoenix kommen mit dem Boden gut zurecht.
Hat jemand Erfahrungen mit Brahea im Freiland und kann berichten ?
Welche Erde nutzt Ihr für Brahea in Kübeln?
Liebe Grüße
Carsten

#2 RE: Brahea Armata im Freiland? von Frank SL 13.11.2016 15:06

Moin Carsten,

ich kann dir nur den Tip geben, wenn du schon ne Brahea auspflanzt eine kerngesunde zu nehmen. Viele Blätter, saftiger Stamm...und nicht eine die schon im Topf vegetiert! So wie die in etwa...



Hat schon seinen Grund warum es in Deutschland keine schönen ausgepflanzten Braheas gibt!

Und die eine von Claus aus Willich würde ich nicht als Maßstab nehmen. 1. war seine ne sehr vitale Pflanze (meiner Erfahrung nach kommen auf ca. 40-50 eine die überdurchschnittlich wächst) und die 2. außerdem schon etliche Jahre vorher in Holland stand und vollständig etabliert war!

#3 RE: Brahea Armata im Freiland? von Stephan_M 13.11.2016 15:41

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Hallo Carsten,

herzlich willkommen!

Ich denke, es gibt schon ein paar ausgepflanzte Exemplare in Deutschland, die sich halbwegs "etabliert" haben.

Hubert

@Hubert sind das Deine?

Das es in einem feuchten Klimat auf einem gut drainierten Standort durchaus klappen kann. Dafür gibt es im EPS-Forum weitere Belege.

In der Sache stimme ich @Frank SL aber zu 100% zu. Auch ich quäle mich mit so einem "Sonderposten" seit beinahe zwei Jahren. Wobei ich neben dem Fehler, sie direkt aus der Nährlösung einzupflanzen, vermutlich auch noch überdüngt habe. Aber nächstes Jahr wird durchgestartet!

Grüße

Stephan

#4 RE: Brahea Armata im Freiland? von pheno 13.11.2016 16:05

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Danke für Eure Antworten,

ich bin inzwischen auch der Meinung das die Brahea ssp nicht wirklich für das deutsche Klima geeignet sind.

Ich überlege mein Exemplar im nächsten Frühjahr in einen Topf mit reinem Sand zu pflanzen. Normale Palmenerde ist wohl zu schwer und kompakt.

Ich glaube Auspflanzen ist vom Tisch.
Aktive Sterbehilfe ist verboten 😉

#5 RE: Brahea Armata im Freiland? von Olli 13.11.2016 17:13

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Hallo Carsten,

hier noch die von Frank erwähnte Brahea von Claus Willich:
http://www.palmen-willich.de/brahea.html#armata

Schon sehr schön. Wenn hier mal wieder nachgepflanzt werden muss wäre das auch ein interessanter Kandidat.
Überlegs dir nochmal.
Lt. "Winterharte Palmen" (S. 187) sind extreme Sandböden ungeeignet. Empfohlen wird "kräftig, mineralisch, humusarm. Wenn möglich kalkhaltig, toleriert aber eine Vielzahl verschiedener Böden, solange diese gut drainiert sind."

Hat jemand eine Idee, was mit "kräftig" gemeint ist?

Grüße

Olli

#6 RE: Brahea Armata im Freiland? von Stephan_M 13.11.2016 17:19

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Hi @Olli,

Google sagt:

"Ein reicher, kräftiger Boden ist Derjenige, welcher ungewöhnlich viel Humus besitzt"

Populäres Handbuch der Landwirtschaft

Spricht auch gegen "reinen Sand". Aber wie verträgt sich das mit "humusarm?"

Grüße

Stephan

#7 RE: Brahea Armata im Freiland? von pheno 13.11.2016 17:54

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Scheint sehr widersprüchliche Angaben zu geben.

Also mal Brainstorming:
Die Brahea ist in der mexikanischen Wüste beheimatet....
Spricht aus meiner Sicht eher für meinen sandigen Ansatz und Trockenheit. Meine Palmenerde enthält definitiv zu viel Gartenerde.
Zu wenig drenagiert.

Olli du zitierst das Buch mit: mag kalkhaltige, damit saure Böden. Damit wäre die Brahea die einzige Palme die das mag!?

Palmeninfo schreibt übrigens das Gegenteil.

Hmmmm... grübel

#8 RE: Brahea Armata im Freiland? von Lanzagrote 13.11.2016 18:20

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Nabend zusammen, ich denke das wichtigste ist auf jedenfall, Staunässe bei der Brahea zu vermeiden, das bekommt man natürlich nur mit einem gut drainiertem Substrat hin, wie das Mischungsverhältnis der einzelnen Substrate dann aussehen muss, das weiss glaube ich Niemand so genau, jedoch würde ich bei einer Auspflanzung( werde nächstes Jahr im Frühling zwei Brahes Auspflanzen) immer auch etwas Humus mit untermischen, das Verhältnis von Ton, Sand, Kies sollte aber wohl deutlich höher Ausfallen...reiner Sand verdichtet sich hier zu sehr weil er dauerhaft zu Feucht ist in unserer Gegend, ( in der Wüste ja wohl eher nicht )
Beste Grüsse, Sascha

#9 RE: Brahea Armata im Freiland? von Kai-Uwe 13.11.2016 19:25

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Guten Abend Carsten,

kalkhaltige Böden sind alkalische Böden, also pH-Werte > 7.

Liebe Grüße
Kai-Uwe

#10 RE: Brahea Armata im Freiland? von pheno 13.11.2016 19:52

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Hallo Kai Uwe,

du hast Recht, ich habe mich unklar ausgedrückt.
Ich bezog mich auf Topfpflanzen.

Bei ner guten Drainage spüle ich den wasserlöslichen Kalk raus und somit geht der pH-Wert gen sauer.

#11 RE: Brahea Armata im Freiland? von Hubert 13.11.2016 21:56

Hallo Stephan,

meine Sammlung beinhaltet jetzt sieben ausgepflanzte Braheas und nächstes Jahr werde ich noch die Super Silver auspflanzen. Die Armata hat seit fünf Jahren keinen Winterschutz mehr und wird nur noch situativ geschützt. Also, am Niederrhein kann man sehr gut Braheas auspflanzen.

Allerdings muss ich noch dazu sagen, dass ich bei all meinen Palmen am langsamen Wachstum interessiert bin. Deswegen kann ich mir, wie kein anderer, eine sehr extreme Haltung erlauben.

Hallo Carsten,
wie ist es deinem Pflegefall, der Bismarckia ergangen?

Gruß
Hubert

#12 RE: Brahea Armata im Freiland? von pheno 14.11.2016 06:49

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Hallo Hubert,

der Bismarckia geht's prima. Die steht jetzt im Wohnzimmer und der 4 Speer ist kurz davor sich zu öffnen!
Ist jetzt gute 1,6 m groß und wird von der hässlichen Billigraupe zum wertvollen Schmetterling 😂

Grüße

Carsten

#13 RE: Brahea Armata im Freiland? von Stephan_M 14.11.2016 09:38

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Guten Morgen @Hubert ,

absolut TOP Deine Braheas!

Was hier im Forum definitiv aber noch fehlt, sind mehr Fotos von Deiner Washingtronia...

Grüße

Stephan

#14 RE: Brahea Armata im Freiland? von heidi 14.11.2016 12:17

Moin,

ich hab seit 2009 eine Brahea armata ausgepflanzt und bin super mit zufrieden, wächst zwar langsam ca 5 Wedel pro Jahr macht sich aber gut,
ich mag die tolle leuchtende Farbe .
Wir haben hier sehr sandigen Boden , der im Frühjar regelmässig mit ein wenig Komost aufbereitet wird.
Im Hochsommer macht ordendliches Wässern keine probleme (während unserer Urlaubszeit ,läuft jeden Morgen automatisch der Regner )
kritisch wird es bei langen nasskalten Perioden ,da sind Braheas sehr anfällig für Blattpilz.
Kübelbraheas in zu feuchtem Substrat kränkeln ,
die stehen bei mir so das die nie zu nass werden (bei Abwesenheit ohne Untersetzer, meine Gießbrigarde meint es immer viel zu gut )
und immer mal komplett abtrocknen können.
Ansonsten sind mir keine besonderen Ansprüche aufgefallen,
die stehen im gleichen Boden/Substrat wie meine anderen Palmkes .
Ich kann nur sagen eine Brahea auspflanzen lohnt sich auf jeden Fall mal zu versuchen.

2009

2012

2016


Hab gestern den Schutz schon mal aufgestellt und ein leichtes Vlies drüber gelegt,
hier wurden -4Grad für die Nacht angesagt, bei der klaren Vollmondnacht kann das auch schon mal ein Grad tiefer gehen.


hier kann man übrigens schön den Unterschied vom Wachstum von Braheas zu Trachys sehen ,die zusammen 2009 ins Freiland gekommen sind.


Liebe Grüsse

Heidi

#15 RE: Brahea Armata im Freiland? von Wittekind 14.11.2016 12:22

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Hallo,
ich habe Freilandversuche aufgegeben, die führten zu Kümmernis.
Die B. mag überhaupt keine Nässe. Deshalb habe ich sie seit ca. 2 Wochen im Topf mit einer PVC Folie umgeben, am Tage wird die etwas geöffnet, damit die Nässe abgeht. Ansonsten wächst sie sehr langsam. Dennoch ein Hingucker.

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