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#16 RE: Trachy dunkel überwintern vs. Palmenhaus mit Fenster von Frank SL 07.09.2016 21:21

Moin Rene,

lass sie doch mal "alle" ihre Erfahrungen machen, gibt genug Beispiele, das ne gute Isolierung wichtiger ist als Licht! Und spätestens wenn ein Wintermonat mal so ausfällt...

http://www.wetteronline.de/wetterdaten/l...d=4¶id=TXLD

also keine nennenswerte Tageserwärmung (das sind Tageshöchsttemperaturen ) gibt es wieder etliche neue Mitglieder im Club "ich hatte mal ne Palme"...

Gruß Frank

#17 RE: Trachy dunkel überwintern vs. Palmenhaus mit Fenster von Stephan_Trier 07.09.2016 21:53

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Zitat von Frank SL im Beitrag #16
Und spätestens wenn ein Wintermonat mal so ausfällt...

http://www.wetteronline.de/wetterdaten/l...=4¶id=TXLD

also keine nennenswerte Tageserwärmung (das sind Tageshöchsttemperaturen )

Pfff, da bleibt einem natürlich erstmal der Mund offen stehen, wenn man nur noch eine solide Kiste im Haus hat.

Aber auch damals (als ich noch überhaupt keine Palmen hatte) hatten wir hier wohl etwas bessere Karten.



Deswegen hatte ich ja eingangs erstmal nach den Bedingungen vor Ort gefragt.

#18 RE: Trachy dunkel überwintern vs. Palmenhaus mit Fenster von Stephan_M 07.09.2016 22:33

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Ich finde, hier geht Einiges durcheinander:

1. Ursprünglich ging es um die Überwinterung einer Trachy. Die braucht sowieso nicht so viel Schutz, da schütze ich temporär und nicht in einem festen Schutzbau. Hell oder dunkel ist vermutlich richtig egal! Die Trachy wäre auch bei mir bei der von @Frank SL geposteten Wetterlage dunkel in Vlies eingepackt gewesen, um sie vor Dauerfrost zu schützen! Und sie wäre erst wieder ausgepackt worden, wenn es frostfreie Tage gibt.

2. Dann ging es allgemein um die Vorteile von Hell- oder Dunkelüberwinterung für andere Arten. Und ich finde, da sollte man durchaus differenzieren. Auch eine Brahea braucht bei einer Überwinterung im Schutzbau bei dauerhaft knapp über 0 Grad nicht unbedingt eine Tageserwärmung. Sie bekommt nur zusätzlich das Licht, was hinter einer 16 mm Doppelstegplatte im Winter noch verfügbar ist (ca. 76 % bei einer guten Platte). Aber das ist sowieso nicht viel. Das kann definitiv die Heizkosten erhöhen. Dass wegen übermäßigem UV-Licht aber irgendein großartiges Wachstum angeregt wird, das halte ich bei den verfügbaren UV-Mengen definitiv für ausgeschlossen!

Und bei diesen Sonnenmengen im von Frank präsentierten Beispiel



heizen sich zumindest meine Schutzbauten auch nicht nennenswert auf. Insoweit wird sich - bis auf ein wenig und ganz sicherlich nicht schädliches "Winter-Restlicht" - das Klima in meinen hellen Schutzbauten in so einer Kälteperiode nicht wesentlich von einer Dunkelüberwinterung - z.B. in einem Schutzbau aus Isopanelee - unterscheiden. Aufheizung gibt es bei mir erst bei mehr UV-Licht durch mehr Sonnenstunden bei höherem Sonnenstand.

Und wie gesagt:

Ich glaube es führen viele Wege nach Rom. Einige ein wenig schneller, Andere ein wenig langsamer. Ich möchte es insbesondere bei meiner ausgepflanzten Brahea allerdings mit möglichst heller Überwinterung und insbesondere ab Ende Januar / Anfang Februar auch mit regelmäßiger Tageserwärmung versuchen. Die Ergebnisse werde ich hier weiterhin dokumentieren. Das würde ich mir insbesondere für einige im Norden im Freien ausgepflanzte Braheas auch in einem größeren Umfang wünschen.

Das andere Palmen dunkel überwintert sehr gut funktionieren, kann man ja nicht bestreiten. Allenfalls fraglich wäre für mich, ob man das im Hinblick auf den Jahreszuwachs nicht noch optimieren könnte . Hier im Forum wurde z.B. gerade für die angesprochene Washingtonia ein ausschließlich aus Doppelstegplatten konstruierter und riesiger Schutz präsentiert, der vielfach auch als Optimum bezeichnet wurde...

Grüße

Stephan

#19 RE: Trachy dunkel überwintern vs. Palmenhaus mit Fenster von Stephan_Trier 07.09.2016 23:07

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Zitat von Stephan_M im Beitrag #18
Dann ging es allgemein um die Vorteile von Hell- oder Dunkelüberwinterung für andere Arten. Und ich finde, da sollte man durchaus differenzieren.

Eben! ...und genau das finde ich nicht!

Ich wüsste nicht, wieso, zumindest, was den Licht„bedarf“ in Phasen, in denen über die Wurzeln keine Nährstoffe und nur marginal Flüssigkeit zur Verfügung stehen, angeht, Gesetzmäßigkeiten, die für die Palme Trachycarpus gelten, für die Palme Brahea, Washingtonia oder Jubaea nicht gelten sollten. An der Versorgungssituation ändert sich ja für keinen der Kandidaten etwas und die Frage, was die Brahea (oder welche Art auch immer) dann mit dem Licht anfängt, steht weiterhin unbeantwortet im Raum.

Ich würde, im Gegenteil, bei den empfindlicheren Arten die Präferenz - genau aus den von Frank ja kurz aber umso prägnanter dargestellten „Gründen“ - sogar eher noch weiter zu Gunsten von Isolierung und Ungunsten von Lichteinstrahlung verschieben. Und ich fürchte, in diesem Fall werde ich tatsächlich schwer davon zu überzeugen sein, dass das der falsche Weg ist. Auch wenn es noch so wortreich ist.

Aber Frank hat vermutlich recht: Wir müssen alle unsere Erfahrungen machen.

#20 RE: Trachy dunkel überwintern vs. Palmenhaus mit Fenster von Stephan_M 07.09.2016 23:12

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@Stephan_Trier ,

Erfahrungen machen wir doch schon!

Grüße

Stephan

#21 RE: Trachy dunkel überwintern vs. Palmenhaus mit Fenster von Stephan_Trier 07.09.2016 23:13

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Zitat von Stephan_M im Beitrag #18
Hier im Forum wurde z.B. gerade für die angesprochene Washingtonia ein ausschließlich aus Doppelstegplatten konstruierter und riesiger Schutz präsentiert, der vielfach auch als Optimum bezeichnet wurde...

Ach ja, ...und bei einer Washingtonia ist man wahrscheinlich eher früher als später froh, wenn man sie überhaupt noch irgendwie geschützt bekommt. Egal wie. Und vielleicht ist man dann sogar froh, wenn sie nicht mehr ganz so schnell weiter wächst.

#22 RE: Trachy dunkel überwintern vs. Palmenhaus mit Fenster von Stephan_M 08.09.2016 06:16

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Moinsen,

wenn das zu viel Text ist, will ich versuchen, auch meine Meinung noch einmal prägnanter zu fassen:

Im natürlichen Habitat stehen für die Überwinterung keine dunklen Kisten zur Verfügung!

Grüße

Stephan

#23 RE: Trachy dunkel überwintern vs. Palmenhaus mit Fenster von RePu_Wolfgangsee 08.09.2016 07:30

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Hallo Stephan,

du weisst aber schon welche Temperaturen im "natürlichen Habitat" im Winter auftreten?
Fakt ist, dass viele Arten kein Problem mit Dunkelheit haben, so auch Phoenix c., die Temperaturen am Naturstandort auf den kanarischen Inseln kennen ja die meisten...(da wachsen auch Kokuspalmen mit Bewässerung)

Bei Washy habe ich zu wenig Erfahrung.........

#24 RE: Trachy dunkel überwintern vs. Palmenhaus mit Fenster von Stephan_M 08.09.2016 08:41

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Moin @RePu_Wolfgangsee ,

klar doch, der Punkt ist für mich, ich versuche dem Ganzen ein wenig näher zu kommen.

Wie auch immer:

Wir haben ja Alle hier schon ziemlich unterschiedliche Bedingungen und Voraussetzungen (Klima, Standort, Alter der Palmen, Zeitdauer seit der Auspflanzung etc.) Insoweit ist das mit dem "Vergleichen" ja auch ein wenig schwierig...

Dennoch würde ich vorschlagen, dass sich vielleicht hier in einem anderen Thread Diejenigen zusammen finden, die ihre Überwinterungsmethode , Ausgangszustand, das "Winterwachstum", Aussehen im Frühjahr, Beginn des Wachstums im Frühjahr zu festgelegten Zeitpunkten etc. dokumentieren. Da ich hell + richtige Tageserwärmung im Grunde nur bei meiner leider noch überdüngten Brahea anwende, wäre diese Palme mein erster Kandidat. Da besteht vielleicht auch allgemein das größte Interesse, da die Erfolge mit ausgepflanzten Exemplaren - gerade hier im Norden - nach meinem Kenntnisstand überschaubar sind.

Meine Jub ist noch nicht richtig etabliert. Allerdings hat sie die letzten Wochen deutliche Lebensanzeichen von sich gegeben. Das wäre mein zweiter Kandidat für so eine Doku. Washy habe ich leider nicht...

Macht Jemand mit? @Stephan_Trier vielleicht?

Grüße

Stephan

#25 RE: Trachy dunkel überwintern vs. Palmenhaus mit Fenster von Stephan_Trier 08.09.2016 08:59

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Zitat von Stephan_M im Beitrag #22
Im natürlichen Habitat stehen für die Überwinterung keine dunklen Kisten zur Verfügung!

Oh mein Gott ja!

„Im natürlichen Habitat“ gibt es auch keine dreiwöchigen Dauerfrost-Perioden.

#26 RE: Trachy dunkel überwintern vs. Palmenhaus mit Fenster von Stephan_Trier 08.09.2016 09:11

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Zitat von RePu_Wolfgangsee im Beitrag #23
Bei Washy habe ich zu wenig Erfahrung.........


Zu Washi kann ich sagen, dass meiner Filifera damals im Februar 2012 mehr als zwei Wochen in einer komplett lichtdichten Styrodurkiste überhaupt nichts ausgemacht haben. Länger am Stück musste ich hier, seit ich das Hobby betreibe, noch keinen Schutz geschlossen halten. Deshalb fehlt auch mir dazu die Langzeit-Erfahrung.

Erledigt hat diese schöne Palme aber dann leider das Frühjahr 2015, in dem sie schon ausgepackt stand, also ganz sicher keinen „Lichtmangel“ gelitten hat, aber, wegen ewig nicht aus dem Quark kommender Nachttemperaturen um oder leicht über Null Grad, wohl einfach „verhungert“ ist. Die hätte ich wahrscheinlich besser eingepackt gelassen, gerade damit sie kein Licht bekommt.

#27 RE: Trachy dunkel überwintern vs. Palmenhaus mit Fenster von Stephan_M 08.09.2016 09:42

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Zitat von Stephan_Trier im Beitrag #25
Zitat von Stephan_M im Beitrag #22
Im natürlichen Habitat stehen für die Überwinterung keine dunklen Kisten zur Verfügung!

Oh mein Gott ja!

„Im natürlichen Habitat“ gibt es auch keine dreiwöchigen Dauerfrost-Perioden.




Richtig! In meinem hellen Schutzbau auch nicht. Aber im Unterschied zur dunklen Kiste gibt es - wie im natürlichen Habitat - Licht!

Schluss jetzt, Lust auf einen TEST?

Gruß

Stephan

#28 RE: Trachy dunkel überwintern vs. Palmenhaus mit Fenster von Stephan_Trier 08.09.2016 10:33

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Zitat von Stephan_M im Beitrag #27
Richtig! In meinem hellen Schutzbau auch nicht. Aber im Unterschied zur dunklen Kiste gibt es - wie im natürlichen Habitat - Licht!


Ja, nur wirst du - im Unterschied zum natürlichen Habitat - selbst mit deinem Schutzbau im Winter in Deutschland (namentlichl in Nord-Ost-Deutschland) keine Bodentemperaturen zustande bekommen, die die (bei Lichteinwirkung auf Dauer erforderliche) Wurzelakivität gewährleisten. Und die Frage, was die Palme denn - ohne Versorgung über die Wurzeln (...die sie im natürlichen Habitat selbstverständlich ganzjährig hat) - mit dem Licht anfangen soll, hast du nach wie vor noch nicht beantwortet.

Aber ich denke, wir drehen uns hier inzwischen tatsächlich im Kreis.

Meine Washingtonia-Kiste habe ich hier schon diverse Male vorgestellt.



Das war 2013. Das Ding ist 2,50m hoch und wird im kommenden Winter wohl - trotz regelmäßiger „Dunkelüberwinterung“ - zu klein sein. Aber vermutlich wäre sie inzwischen 4 Meter hoch, wenn sie nur im Winter ein bißchen mehr Licht bekommen hätte.

Ich bin denn zu dem Thema mal raus.

#29 RE: Trachy dunkel überwintern vs. Palmenhaus mit Fenster von Stephan_M 08.09.2016 11:03

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@Stephan_Trier ,

ich habe echt keinen Plan, was daran so schwer zu verstehen ist:

Ich habe in meinen hellen Schutzbauten - bis auf das Experiment mit höherer Tageserwärmung bei Brahea - im Dezember und im Januar keine wesentlich anderen Temperaturen, wie sie vermutlich auch bei "Dunkelüberwinterung" normal sind. In diesen Monaten wird auch bei mir nur minimalstes Wachstum stattfinden. Ich hatte angeboten, das wir das mal gemeinsam dokumentieren, um uns einen Überblick zum Thema "Winterwachstum" zu verschaffen. Vielleicht magst Du Dich ja noch äußern.

Jedenfalls brauchen auch meine Palmen in den kritischen Monaten keine großartige Versorgung über die Wurzeln. Alles was unsere Überwinterung unterscheidet, ist, dass die Palmen und Kübel bei mir einen Anteil des im Winter sowieso nur spärlichen UV-Lichts erhalten. Minimales oder gar kein Wachstum / minimales Licht. Das ist doch einfach, oder?

Und zum "Nord-Ost-Deutschen Klima":

Ich wohne in der Nähe von Lübeck (Nordosten?). Hier ist mal eine Karte, die nach der DIN 4108–2/A1 die in Deutschland bestehenden Mindestanforderungen an den Wärmeschutz einzelnen Klimazonen zuordnet.



Das könnte ein Anhaltspunkt dafür sein, wie die Schutzmaßnahmen bemessen sein sollten.

Grüße

Stephan

#30 RE: Trachy dunkel überwintern vs. Palmenhaus mit Fenster von Stephan_Trier 08.09.2016 11:17

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Zitat von Stephan_M im Beitrag #29
Ich wohne in der Nähe von Lübeck (Nordosten?). Hier ist mal eine Karte, die nach der DIN 4108–2/A1 die in Deutschland bestehenden Mindestanforderungen an den Wärmeschutz einzelnen Klimazonen zuordnet.

Zum Thema „Licht'bedarf'“ im Winter habe ich nun tatsächlich alles gesagt, was ich zu sagen habe.

Aber die Karte, die du verlinkt hast, ist - sorry - sagen wir „etwas“ wenig differenziert. Da wird etwa bei uns in der Ecke nicht unterschieden zwischen den Eifel- und Hunsrück-Höhen und dem Moseltal. Das können aber bei der Frühtemperatur im Winter gerne schon mal fast 10 Grad Unterschied sein. Und rund um die Kölner Bucht (die wintermildeste Region in ganz Deutschland!) sieht es genau so aus. Ich fürchte damit ist nicht wirklich viel anzufangen.

Obwohl ich von diesen Karten generell nicht viel halte, da auch sie einen eben nicht vor „dieser einen Nacht“ retten können, erscheint mir, wenn schon, so etwas hier dann doch wesentlich plausibler:



Beispiel: Auf deiner Karte liegt Lübeck in der gleichen Zone wie Köln und Freiburg im Breisgau(!). Auf der Spanner-Karte liegen da 3(!!!) Zonen dazwischen, was den tatsächlichen Verhältnissen wohl wesentlich eher entspricht.

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