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#1 Humillis auspflanzen?! von Maddin 25.03.2016 23:19

Hallo ...
Ich bin auf eine schöne größere Humillis gestoßen, wo ich am überlegen bin diese zu kaufen...
Wie sind denn so die Erfahrungen beim auspflanzen?
Ich wohne im nordwestlichen Brandenburg, Grenze zu Mecklenburg Vorpommern und Sachsen Anhalt.
Bin euch wie immer für jeden Tipp dankbar

#2 RE: Humillis auspflanzen?! von Martin_LU 26.03.2016 07:47

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Ich habe sowohl die normale Chamaerops humilis als auch eine Cerifera ausgepflanzt. Grundsätzlich sind Chamaerops im Winter nässeempfindlicher und auch weniger frosthart als Trachys. Meine stehen relativ geschützt in Hausnähe. Im Winter hatte ich den Wurzelbereich dick gemulcht und wenn mal Dauerfrost war hab ich die Wedel zusammengebunden und Vlies drumherum gemacht. Hat bisher gut funktioniert, muss allerdings dazu sagen, dass ich hier in der Pfalz Weinbauklima habe. In Brandenburg stelle ich mir das mit Chamaerops schwieriger vor, es sei denn, du bist bereit aufwendige Schutzmaßnahmen im Winter zu betreiben.

#3 RE: Humillis auspflanzen?! von Andreasg 26.03.2016 14:34

Ich habe auch 3 Stück ausgepflanzt, ich wohne im Süden von Berlin. Die Palmen hier nur mit Vlies zu umwickeln reicht nicht ganz aus , da die meisten Blätter dadurch erfrieren . Wir hatten hier in diesem Winter in der Nacht -12 Grad und viele Blätter sind erfroren . Die an der Hauswand gepflanzten sehen ganz gut aus. Aber es wird auch hier mal -16 Grad geben und da benötigt man entweder einen Heizdraht unter dem Vlies oder 4 Styroporplatten.

LG Andreas

#4 RE: Humillis auspflanzen?! von Frank SL 26.03.2016 15:30

Moin Maddin,

formuliere deine Frage doch bitte etwas anders: Wer hat in Brandenburg oder Osten generell (Tipps aus NRW, BW und RP werden dir nichts nützen!) langfristig Erfahrung mit ausgepflanzten Chamaerops...denke da wird nicht viel kommen. Hier im Norden sind sie selbst mit Schutz nicht so einfach, zu feucht im Winter bei niedrigen Temperaturen...sie neigen dann zum verpilzen der Blätter. Kenne deine Bodenverhältnisse nicht, aber wenn der Boden nicht super sandig ist, würde ich es lassen!

Gruß Frank

#5 RE: Humillis auspflanzen?! von Jörg K 26.03.2016 16:15

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Hallo Maddin,

als Kübel bei der Überwinterung nicht ganz anspruchslos. Eine der wenigen kälteverträglichen Palmenarten die bei dunkler Überwinterung sichtbar leiden. Das sollte man beim Winterschutz mit berücksichtigen.

Meine gingen deshalb letztes Jahr in andere Hände.

Gruß

#6 RE: Humillis auspflanzen?! von Lilientaler 26.03.2016 18:44

Hallo, ich habe eine blaue Humilis jetzt dass dritte Jahr im Freiland. Habe die letzten zwei Winter nur mit dicken Vlies und Wurzelschutz geschützt. Bei uns ist der Boden sandig und ich habe noch etwas Split eingearbeitet. Gießen tu ich nie, bekommt ihr gut auch im Sommer.
Bei uns regnet es nicht sehr oft und die Sommer sind heiß und trocken.
Wir wohnen in Leipzig und der Winter ist hier im Schnitt nicht ohne.
VG Silke

#7 RE: Humillis auspflanzen?! von René SÖM 26.03.2016 21:04

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Hallo Maddin,
ich überwintere seit Jahren bei mir 5 chamaerops. Eine normale humilis, eine cerifera und 3 vulcano. Darüber hinaus kümmere ich mich im Winter auch noch um eine weitere Palme die hier im Ort bei Bekannten ausgepflanzt ist. Alle sind durch die Bank weg sehr pflegeleicht und gehören meiner Meinung nach zu den Palmen, die sich am ehesten, neben trachycarpus f. , zur Freilandkultur in Mitteleuropa eignen.

Die Art ist tatsächlich ein wenig pilzanfällig. Ernsthafte Probleme hatte ich bisher damit aber nie. Mit geeigneten Schutz lassen sich die Palmen recht einfach überwintern. Mehrere Wochen Dunkelheit am Stück, bei kühlen Temperaturen, werden gut vertragen. Um vitale Pflanzen zu erhalten, sollte die Palme nach Möglichkeit nie kälteren Temperaturen als -8 Grad ausgesetzt werden. Eine Pflanze hat bei mir aber auch schon kurzfristig -13 Grad über Nacht ohne Schäden gut verkraftet. Kurzzeitig über wenige Stunden kann die Palme also auch tiefere Temperaturen als -8 Grad ertragen. In kühleren Regionen, wie bei dir, ist eine Freilandkultur ohne Beheizung also nicht möglich, aber auch nicht unbedingt schwierig. Wichtig ist, es mit dem Schutz nicht zu übertreiben. Am besten also nur dann schützen, wenn es auch wirklich nötig ist und sonst auch im Winter soviel Freiluft wie möglich. Effektiv kommen da auch in den kühleren Regionen nur recht wenige Tage im Winter zusammen, an denen die Palme wirklich Schutz benötigt. Wie ich schon kurz angemerkt habe, macht es in diesen Phasen auch nichts aus, wenn die Palme mal 4 Wochen am Stück in einem dunklen Schutz verschwindet.

#8 RE: Humillis auspflanzen?! von Frank MD 26.03.2016 21:55

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Hallo Maddin, ganz klar auspflanzen... und im Winter ordentlich schützen, dann wird das schon klappen.
Ich habe hier in Magdeburg seit 5 Jahren auch eine Vulkano ausgepflanzt, es macht Spaß ...!
Gruß Frank

#9 RE: Humillis auspflanzen?! von René 26.03.2016 22:36

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Hi Maddin

Ich habe auch mehrere Ch.humillis ,unter anderem auch Vulcano und Cerifera ausgepflanzt und manche haben auch auch schon 4 Wochen Dauerfrost und -19 Grad überstanden ,allerdings froren sie zum Teil bis zum Boden runter bei Passivschutz ,aber haben sich wieder erholt .Einige sind auch komplett erfroren .In Deiner Region würde ich auch mehr in den Schutz investieren ,aber es lohnt sich

#10 RE: Humillis auspflanzen?! von André PM 27.03.2016 00:32

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Hallo Martin! Ich wohne ein paar Kilometer südlich von Potsdam. Bei mir habe ich seit ein paar Jahren eine kleine var.humilis und eine kleine var. cerifera als Unterbepflanzung für T.fortunei ausgepflanzt. Mit Schutz und etwas Beheizung klappt das bisher problemlos. Ohne Schutz wird es in unserer Region nicht auf Dauer funktionieren. Die Dunkelheit im Styrodurschutz im Winter bereitete keine Probleme. Mit ein wenig Aufwand lohnt es sich auf jeden Fall. Also einfach Ausprobieren. Gruß André

#11 RE: Humillis auspflanzen?! von Claus Abraham 27.03.2016 04:26

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Hallo Martin,

hatte dir ja bereits woanders geantwortet. Wie gesagt, bei dir wirds ohne beheizten Schutz nicht gehen und ich würde im ersten Jahr ab -8°C beheizen (dann von Jahr zu Jahr ein bisschen tiefer gehen). Wichtig ist auch, dass der Boden nicht dauerhaft durchgefroren ist und die Humi zumindest im Winter recht trocken steht.

Übrigens, bzgl. Franks Beitrag weiter oben:
"Moin Maddin,

formuliere deine Frage doch bitte etwas anders: Wer hat in Brandenburg oder Osten generell (Tipps aus NRW, BW und RP werden dir nichts nützen!) langfristig Erfahrung mit ausgepflanzten Chamaerops...denke da wird nicht viel kommen. Hier im Norden sind sie selbst mit Schutz nicht so einfach, zu feucht im Winter bei niedrigen Temperaturen...sie neigen dann zum verpilzen der Blätter. Kenne deine Bodenverhältnisse nicht, aber wenn der Boden nicht super sandig ist, würde ich es lassen!

Gruß Frank"


Also von mir aus darfst du deine Fragen durchaus so stellen wie du es für richtig erachtest...
Und ansonsten spielt es keine Rolle, ob es bei dir -15°C kalt wird oder in NRW, BW oder RP. -15°C sind überall auf der Welt -15°C und somit genau gleich kalt. Dementsprechend braucht die Palme überall bei -15°C Schutz. Unterschied zwischen den Regionen ist viel eher die Dauer und Häufigkeit der tiefen Temperaturen. Dementsprechend wirst du bei dir häufiger, wahrscheinlich sogar regelmäßig, einen Schutz bauen müssen im Vergleich zu jemandem in NRW. Ich z.B. habe meine Humis seit Jahren nicht geschützt, weil gefährliche Tiefsttemperaturen bei mir nicht erreicht wurden. Würden bei mir aber mal wieder z.B. -15°C erreicht, dann bräuchte sie bei mir den gleichen Schutz wie bei dir auch.
Den Hinweis auf einen möglichst trockenen Winterstandort hast du ja bereits erhalten und Verpilzung der Blätter ist eher kein Problem der Feuchtigeit, sondern bereits vorhandener Schäden. Erfrorene (also abgestorbene) Blattteile neigen natürlich dazu zu verpilzen. Andere Pilze sind im Winter eher unwahrscheinlich und dringen bei einer gesunden Pflanze auch nicht in dieselbe ein.
Jedenfalls lass dich nicht abschrecken. C. humilis sind robuste, pflegeleichte und ausgesprochen attraktive Palmen, bei denen sich ein Auspflanzversuch durchaus lohnt - auch bei dir! Noch dazu sind sie wegen ihres eher geringen Wachstums und ihrer relativ geringen Größe dauerhaft recht einfach zu schützen.
Also, ich denke, du solltest dich nicht abhalten lassen!

Grüße
Claus

#12 RE: Humillis auspflanzen?! von RePu_Wolfgangsee 27.03.2016 10:45

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Hallo Claus,

wo Frank aber sehrwohl Recht hat ist die Tatsache, dass C.humils in sommerheißen Gegenden sich wesentlich wohler fühlt und dort auch eine höhere Frostverträglichkeit im Winter aufweist.
Bestes Beispiel ist Robert aus Carnuntum der bei seinem Klima ähnliche Frosthärte wir T. fortunei beobachtet.
Und das Palmen in den Staaten Fröste in der Nacht durch das wesentlich heißere Klima bei gleichen Tiefstwerten wesentlich einfacher zu kultivieren sind ist eben auch Fakt.
Die Sonne nimmt eben mit jedem Breitengrad Richtung Norden ab.

#13 RE: Humillis auspflanzen?! von Olli 27.03.2016 11:11

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Hallo René,

das würde dann aber eher FÜR eine Auspflanzung im Osten sprechen. Die Sommer sind dort eher "kontinental trocken" geprägt, als hier im Westen.
Ich poste demnächst mal ein Bild meiner kleinen Humilis. Die hat aktuell mit einem Pilz zu kämpfen. Ob es nun eher der schwere Boden oder die nasskalte Witterung ist weiß ich nicht. Vielleicht hat sie bei -8/-9°C auch einen "Vorschaden". Dann würde wieder die These von Claus greifen, dass eher vorgeschädigtes Gewebe von Pilz befallen wird. In den beiden Vorjahren hatte ich das Problem nicht. An Vulcano und Cerifera kann ich bislang auch kein Problem feststellen. Die haben aber vielleicht den etwas besseren Standort und Boden.

Grüße.

Olli

#14 RE: Humillis auspflanzen?! von RePu_Wolfgangsee 27.03.2016 11:24

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Hallo Olli,

ich als Österreicher würde Breese eher zu Norddeutschland zählen.
Ob es dort so sommerheiß ist bezweifle ich eher.., bzw. kommt drauf an was du unter dem Begriff verstehst?
Bei -8 und auch -10 haben die C. humilis in Südtirol auf jeden Fall keinen Kratzer.
Und ob man das restliche Klima ausser eben eine im Winter auftretenden Tiefsttemperatur alles ausser Acht lassen kann bezweifle ich stark.
Eine C.humilis im sommerheißen Klima hat einfach wesentlich mehr Reserven, auch kein Wunder wenn die Wohlfühltemperatur nur ein paar Tage vorhanden sind.
Wenn man sie bei 40 Grad im Wintergarten stehen lässt explodiert sie, im Vergleich zu T fortunei die dann ohne starkes wässern sichtlich leidet.

#15 RE: Humillis auspflanzen?! von Claus Abraham 27.03.2016 12:20

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Hallo René,

die meisten kälteverträglichen Palmen lieben Sommerhitze, Ausnahme ist da vielleicht T. fortunei, obwohl es der auch kaum zu warm sein kann wenn sie ausreichend Wasser zur Verfügung hat.. Das liegt wahrscheinlich einfach daran, dass die meisten kälteverträglichen Palmen nicht aus tropischen, sondern aus wüsten- oder steppenähnlichen Gebieten stammen in denen es nachts kalt wird. Erst dadurch haben sie wahrscheinlich ihre Kältetoleranz entwickelt.
Wie dem auch sei, ich stimme dir im Prinzip zu. Je gesünder eine Pflanze ist, je mehr Assimilate sie (z.B. auch durch eine hohe Sonnenstundenzahl ) angesammelt hat, desto besser sind ihre Überwinterungschancen. Deshalb würde ich aber nun nicht gerade sagen, dass man es mit einer Chamaerops nicht doch auch in sonnenärmeren Gegenden versuchen sollte. Im Gegenteil, Chamaerops kommt sogar in schattigen Lagen gut zurecht, solange man sie entsprechend schützt. Meine steht z.B. im Vollschatten meiner Trachy und fühlt sich pudelwohl, auch weiter oben habe ich ähnliche Erfahrungen aus Ostdeutschland gelesen.
Interessant finde ich in dem Zusamenhang übrigens, dass du hier die Sonnenstunden als für die Überwnterungsfähigkeit entscheidend beeinflussend anführst . An anderer Stelle lese ich u.a. von Frank ständig etwas davon, dass Dunkelüberwinterung völlig problemlos ist. Finde ich jetzt ehrlich gesagt sehr merkwürdig weils halt nicht so richtiig zusammenpasst. Ich persönlich halte die Sonnenstunden im Winter für noch wesentlich wichtiger als die Sonnenstunden im Sommer.
Übrigens, dass die Chamaerops ähnliche Tiefsttemperaturen verkraftet wie eine Trachy unterstreiche ich absolut. Der Unterschied ist marginal - auch hier im tiefsten Westen. Ich persönlich habe schlechte Erfahrungen mit Cerifera gemacht, bin mir aber recht sicher, dass das an meinen Bodenverhältnissen lag. Aber diesbezüglich kann man ja den Boden verbessern so dass die Palme trockener steht - dieser Hinweis wurde hier im Thread ja auch mehrfach erwähnt.

Jedenfalls finde ich es absolut übertrieben Martin die Auspflanzung einer Chamaerops schlecht zu reden - sie ist mit Trachycarpus so ziemlich das winterhärteste was es an Palmen gibt und wie sich ja auch an den Erfahrungsberichten hier im Thread ablesen läßt, hat sie durchaus gute Chancen mit geringem Schutz gut durch den Winter zu kommen - nicht nur im Süden und Westen, sondern auch im Norden und Osten.

Noch etwas zu deinem USA Beispiel. Das ist etwas völlig anderes. Hier handelt es sich um Temperaturspitzen die für wenige Stunden, eher Minuten, nachts erreicht werden mit anschließender Tageserwärmung auf 10-20°C bei voller Sonne. Das ganze bei immer frostfreiem , sogar warmen Boden. Das will ja nun wirklich niemand ersthaft mit unseren Verhältnissen vergleichen.

-8 bis -10°C sind für eine Humi übrigens normalerweise nirgends ein Problem. Etablierte Humis verkraften auch durchaus mal -14/15°C. Deshalb hatte ich Martin empfohlen ab -8°C im ersten Jahr zu schützen und sich dann Stück für Stück an den Punkt ranzutasten ab dem SEINE Humi erste Schäden aufweist.

Grüße
Claus

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