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#46 RE: Phoenix canariensis von René 17.05.2016 23:36

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Wow Olli

Die legt ja jetzt schon sehr ordentlich los

#47 RE: Phoenix canariensis von Olli 18.05.2016 14:16

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Hallo,

ja, der Zwischenstand des kleinen Experiments könnte unter den Voraussetzungen aktuell wohl nicht viel besser sein.
Nach der Baumfällung bekommt die Phoenix nun noch ein paar Sonnenstunden mehr.
Ich denke, je schlechter eine der Bedingungen ausfällt (hier dunkle Kompostüberwinterung mit Wedelverlust), desto besser sollten die übrigen Faktoren wie Nährstoff- und Wasserversorgung, Sonnenstunden, Wärme usw. sein, damit das möglichst lange gut gehen kann.

Vielleicht schütze ich sie im nächsten Winter noch etwas höher.
Da das Laub nun schon kaum für die Basjoos ausreichen wird: Welches verrottende Material käme ergänzend noch infrage? (z.B. auch Rindenmulch?)
Wird Rasenschnitt zu "dicht"?

Grüße.

Olli

#48 RE: Phoenix canariensis von Stephan_M 18.05.2016 15:44

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Hi @Olli ,

Rasenschnitt kann ich mir nicht so gut vorstellen, dass wird im Winter ja ne richtig jauchige Pampe. Zweige, Schredermaterial und mit Laub auffüllen, sollte passen!

Grüße

Stephan

#49 RE: Phoenix canariensis von Olli 18.05.2016 16:50

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Hallo Stephan,

denke ich bei reinem Rasenschnitt leider auch. Hätte mir andernfalls mengenmäßig weitergeholfen und fällt halt ohnehin an.
Im letzten Jahr habe ich das letzte Laub vom Rasen gemäht. Die Mischung aus Laub und Rasen war dann ganz o.k..
Bei Zweigen und gröberem Material muss man ein bischen auf "Kältebrücken" achten, wenn sie so liegen, dass sich Hohlräume in Richtung Pflanze bilden (können).

Habe noch ein paar Hornspähne und etwas Blaukorn an die Phoenix gegeben. - An Nährstoffmangel soll es ja nicht scheitern ;-) und wenn sie erstmal einigermaßen eingewurzelt ist: Sie steht am Rand der Kompostfläche. Da wird sie sich dann wohl holen, was sie braucht.

Grüße.

Olli

#50 RE: Phoenix canariensis von Lanzagrote 18.05.2016 22:27

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Hey Olli, na das nenne ich doch mal ein gelungenes Projekt, bzw. Projektversuch.
Sieht doch schon fast wieder gut aus die Phönix und das nach so kurzer Zeit, theoretisch lässt sich ja daraus schließen, wenn man eine große ausgepflanzte besitzt und zum Beispiel keine Zeit hat, sie richtig zu schützen und es doch mal temperaturtechnisch sehr kritisch wird, könnte man spontan noch mit so einer Methode das nötigste retten und die Palme so über den Winter bringen...
Eigentlich gar nicht mal verkehrt....
Natürlich darf die ausführende Kraft keine großen Ansprüche an die Optik stellen, aber wenn es wirklich zu guter letzt um's reine überleben geht, warum eigentlich nicht...
Beste grüsse, Sascha

#51 RE: Phoenix canariensis von Olli 20.05.2016 13:31

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Hallo Sascha,

gerade nach dem guten Wachstumsstart bin ich sehr auf den weiteren Verlauf gespannt.
Man muss ja bedenken, dass man die Phoenix auch höher schützen könnte und ein kräftigeres Exemplar es wohl auf deutlich mehr Jahreszuwachs brächte als diese kleine.
Wenn man z.B. die Basjoos anguckt, dann haben die ihre Sommeroptik hier auch noch lange nicht wieder erreicht. Neben denen braucht sich die Phoenix aktuell nicht zu verstecken.

Das kräftige Wachstum hat mich zunächst auch überrascht, ist bei genauerer Betrachtung aber durchaus erklärbar. Während eine Palme nach einem "normalen" Frostschaden mit einem beeinträchtigten Meristem und gezogenem Speer erst sehr langsam regeneriert waren in diesem Fall Wurzeln, Meristem und Wachstumsöffnung gut geschützt. Wie an den hellen Pflanzenteilen über der Wachstumsöffnung auf dem ersten Bild gut zu erkennen ist, ist die Palme auch unter dem Komposthaufen weiter gewachsen. Vermutlich war es an den unteren Teilen der Pflanze sogar wärmer als bei den Phoenixpalmen in den Styrodurbauten.

Interessant könnte die Kompostmethode bei Phoenix insbersondere unter den Aspekten Kosten, Aufwand und Anfälligkeit sein.
Mein Schutz für die anderen Phoenixpalmen besteht aus Einschlaghülsen, Vierkantpfosten, Styrodurplatten, UT, Heizkabel, Verlängerungskabel, Kontrollleuchte und Rindenmulch (um den Schutz herum). Das Ganze muss bezahlt, zurechtgeschnitten, zusammengebaut, ausgerichtet, im Sommer gelagert und immer wieder angepasst werden.
Als Risiko gibt es z.B. Defekte am UT (da hatte Claus dann schon mal "Tropical Island" Klima im Schutzbau), durchgenagte Sensorkabel (bei mir) oder gezogene Stecker (In Coesfeld musste gesaugt werden ;-).
Der Laub-, bzw. Kompostschutz kommt mit dem Material aus, was ohnehin im Herbst in den meisten Gärten anfällt. Er kostet praktisch nichts und ist nicht störanfällig. Klarer Nachteil ist die Optik der Palme im Frühjahr.
Wer - wie ich - einfach noch eine Phoenix über hat, aber keine Lust/Zeit/Geld/Platz... für weitere aufwändige Schutzbauten, kann es auf diese Weise zumindest mal versuchen.

Ich habe gestern in der Gegend eine Indoor überwinterte Phoenix gesehen - brauner Speer und abbauende Pflanze, und eine in einem Wohnzimmerfenster - vergeilt wie es schlimmer nicht geht. Da hat es meine Kompostphoenix jedenfalls deutlich besser getroffen als manch anderes Exemplar.

Leider fehlt es mir wegen der drei Basjoostandorte an der nötigen Menge geeigneten Kompostmaterials. Aber vielleicht kann ich ja auch mit Rindenmulch o.ä. aufrüsten.

Grüße.

Olli

#52 RE: Phoenix canariensis von Lutz DD 20.05.2016 22:17

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Oder Du fragst mal deine Nachbarn, die wären vielleicht sogar froh darüber wenn Sie das zeug nicht entsorgen müssen.

Gruß Lutz

#53 RE: Phoenix canariensis von Schechinger 23.05.2016 12:29

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Hallo Olli,

Nachbarn ansprechen ist eine gute Idee. Ich hab meine Nachbarn auch soweit dass die mir die gefüllten Säcke in den Garten stellen. Die meisten haben nur einen einen kleinen Komposter und sind froh wenn Sie das Laub so einfach entsorgt bekommen. Interessanter Versuch übrigens mit der Phönix. Ich würde allerdings ein Heizkabel mit reinpacken für den Fall dass es länger anhaltende Extremtemperaturen gibt.

Gruss Claus

#54 RE: Phoenix canariensis von Olli 23.05.2016 20:29

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Hallo Claus,

danke.
Die Versuchung mit dem Heizkabel ist natürlich groß. Ebenso der Gedanke, um den Laubhaufen eine isolierende Styrodurkiste zu bauen. Aber damit bewegt sich das dann schnell wieder in Richtung der üblichen Schutzbauten.
Bei einem Heizkabel unter Laub müsste man auch wohl sehr auf die Brandgefahr achten.
Meine Basjoos habe ich seit 10 Jahren nur mit Laub - ohne weitere Abdeckung etc. - gut durchgebracht. Mal sind sie mehr zurückgefroren, mal weniger.
Ich denke, wenn der Laubhaufen groß genug ist sollten Wachstumszentrum und Wurzeln auch in einem härteren Winter gute Chancen haben - wie gesagt: wenn der Laubhaufen groß genug ist.

Ein Kumpel hätte einen guten Sommerstandort für Phoenix, würde aber aus Zeitgründen etc. nie einen aufwändigen und auf Technik angewiesenen Schutz aufbauen (können).
In solchen Fällen könnte man es ja mal mit der Kompostmethode versuchen.

Grüße.

Olli

#55 RE: Phoenix canariensis von Schechinger 23.05.2016 22:29

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HAllo Olli,
Da hast du natürlich recht. Wenn du noch ein heizkabel reinpackst bekommst du nicht wirklich Erfahrung wie tauglich die Methode für die Phönix ist. Wenns aber wirklich funktioniert musst du in einigen Jahren Mengen an Laub ranschaffen. Bin echt mal gespannt wie das weiter geht.

Gruß Claus

#56 RE: Phoenix canariensis von Stephan_Trier 24.05.2016 09:39

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Zitat von Olli im Beitrag #34
Das Ergebnis könnte unter diesen Bedingungen wohl nicht besser sein und es ist wahrscheinlich, dass durch höheres Anfüllen weitere Teile der Wedel überlebt hätten.

Prima Experiment, Olli!

Bestätigt mich in meinem Entschluss, meine beiden diesjährigen „Patienten“, die kleine selbstgezogene Trachy und die Jub von Anton, im nächsten Winter ebenfalls mit einer Light-Version der „Karlsruher Methode“ zu verwöhnen. Zu sichtbaren Wedelschäden hat der zurückliegende Winter zwar bei keiner der Beiden gereicht. Allerdings gab es ja in beiden Fällen eine häßliche Klatsche für das empfindliche Innenleben. Und das sollte ja dann offensichtlich so zu vermeiden sein...wenn es schon bei einer deutlich empfindlicheren Pflanze unter härteren Bedingungen geklappt hat.

Danke also für die Forschung!

#57 RE: Phoenix canariensis von Stephan_Trier 24.05.2016 10:01

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Zitat von Olli im Beitrag #51
Während eine Palme nach einem "normalen" Frostschaden mit einem beeinträchtigten Meristem und gezogenem Speer erst sehr langsam regeneriert waren in diesem Fall Wurzeln, Meristem und Wachstumsöffnung gut geschützt.

Was halt speziell nach diesem Winter verwundert, ist, dass nicht nur bei mir, sondern anscheinend auch bei einer ganzen Reihe anderer Leute, diese wesentlich gefährlicheren und ärgerlicheren Schäden aufgetreten sind, ohne dass es die geringsten Wedelschäden gab. Ich vermute nach wie vor, dass das hauptsächlich an diesem absolut unerwünschten Winterwachstum lag, verursacht durch einen Dezember, der wärmer war als der April. Wenn sich die von so etwas ausgehende Gefahr mit solch einfachen Mitteln vermeiden lässt, ist das natürlich klasse! Jörg hat das ja auch schon angedeutet. Aber manchmal wird man anscheinend doch erst durch Schaden klug.

#58 RE: Phoenix canariensis von Nrico 24.05.2016 10:45

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In Frankfurt am Main, im Nizzapark, wird die Chamaerops übrigens ganz ähnlich geschützt.

Hier mal ein Foto und die Antwort einer freundlichen Mitarbeiterin des Grünflächenamtes von dort:

Zitat:

Der Winterschutz besteht aus einem Teichvlies (Trachys). Oben wo die Last aufliegt ist ein Zeltstoff eingearbeitet.
Hinsichtlich des Winterschutzes mit einer Holzkiste können wir Ihnen mitteilen, dass diese doppelwandig ist und der vorhandene Zwischenraum mit Styropor ausgefüllt ist. Wenn die Kiste über die Palme gestülpt ist, wird anschließend trockenes Laub eingefüllt (Chamaerops).

Ich weiß, jetzt ein Winterfoto - schlimm ... ;)

Ich selber halte es ja auch seit Jahren so (allerdings bei noch recht kleinen Palmen), Karnikeldraht (etwa 60 cm hoch und im Durchmesser) drum, mit (meist trockenem) Laub aufgefüllt und wenn's mal unter -10°C gehen sollte, kommt eine Vlieshaube drüber. So haben alle die letzten drei Winter ohne sichtbare Schäden bestens überstanden. Und letzten Winter hatten wir auch mal eine Woche Dauerfrost, wo es ach mal an zwei Nächten bis -13°C runter ging ...

LG
Enrico

#59 RE: Phoenix canariensis von Stephan_Trier 24.05.2016 10:55

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Zitat von Nrico im Beitrag #58

Hinsichtlich des Winterschutzes mit einer Holzkiste können wir Ihnen mitteilen, dass diese doppelwandig ist und der vorhandene Zwischenraum mit Styropor ausgefüllt ist. Wenn die Kiste über die Palme gestülpt ist, wird anschließend trockenes Laub eingefüllt (Chamaerops).

...wobei man damit ja wieder bei einer geschlossenen Kiste wäre...mit dem damit verbundenen (mit der Größe des „Bewohners“ exponentiell steigenden) Aufwand.

Der Reiz von Ollis Methode besteht ja gerade darin, dass man damit theoretisch auch bei einer 4-Meter-Palme mit einer Schutzhöhe von rund einem Meter auskommen müsste. Sofern man (und die Palme!) den Wedelverlust verschmerzen kann. Bei extrem wuchsstarken Palmen, wie etwa auch Washingtonia, die ohnehin praktisch jede Saison eine komplett neue Krone bildet, ist die Überlegung durchaus interessant...

...auch wenn ich meine inzwischen nur noch ungerne riskieren würde.

#60 RE: Phoenix canariensis von Nrico 24.05.2016 11:32

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Hey Stephan, dafür ja dann der Abschnitt mit meiner Methode drunter ... ;) Die ist ja ähnlich der vom Olli ...

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