Seite 12 von 14
#166 RE: Phoenix canariensis von florian 6b 06.03.2018 09:45

avatar

Hallo Olli,
tolles Experiment. Die Palme sieht doch gut aus. So lange das Herz sich schützen lässt geht das bestimmt auch weiterhin gut. Eine Art Kompostmethode nicht für Basjoo sondern für Phoenix.
Zeig doch nochmal Bilder im August, wie schnell sie sich wieder ausgewachsen hat.
Grüße Florian

#167 RE: Phoenix canariensis von Olli 06.03.2018 11:12

avatar

Hallo Florian,

in Beitrag 142 siehst du auf den letzten beiden Bildern, wie sich eine andere Laubschutzphoenix im Laufe der letzten Saison entwickelt hat.

Insgesamt finde ich es faszinierend, dass man hierzulande einfach eine Phoenix auspflanzen und ohne Technik oder künstliche Isoliermaterialien durch den Winter bringen kann. - Wobei man in einem kalten Winter sicherlich noch mehr Laub braucht und/oder doch zusätzlich etwas isolieren müsste.

Interessant wird noch die "Enthüllung" der Laubschutzwashi. Es wurde häufig von Nässeempfindlichkeit und Schimmelanfällgkeit berichtet, weswegen dem Experiment hier keine großen Erfolgsaussichten eingeräumt wurden. Keine Ahnung, was da unter dem Laub auf mich wartet.

Grüße

Olli

#168 RE: Phoenix canariensis von Olli 09.03.2018 14:27

avatar

Hallo,

aufgrund der Wetterentwicklung habe ich die andere Laubschutzphoenix auch ausgepackt. Der Laubhaufen war etwas kleiner als bei der zuerst gezeigten und das Laub war z.T. noch bis recht nah an die Pflanze gefroren. Aktuell sind "im Kern" aber keine Schäden erkennbar. Diese Phoenix wurde nun zum dritten Mal mit der Laubschutzmethode überwintert.





Grüße

Olli

#169 RE: Phoenix canariensis von Olli 10.04.2018 22:14

avatar

Guten Abend,

was die im letzten Jahr geschädigten Vollschutzphoenix angeht bin ich nun einen kleinen Schritt weiter und dennoch ratlos.

Rückblick: Die Mitteltriebe und inneren Wedel von Hüttenphoenix (ausgepflanzt 2011) und Wiesenphoenix (ausgepflanzt 2014?!) vetrockneten im letzten Frühjahr ohne ersichtlichen Anlass. An der Schutzmethode hatte sich im Laufe der Jahre nichts geändert. Die Schutztemperatur wurde irgendwann sogar um ein Grad erhöht: Ein bei +1°C, aus bei +2°C. Es folgte eine zögerliche Regeneration.
Im Herbst habe ich dann aus anderem Anlass die Wiesenphoenix wieder eingetopft. Überraschend: Sie verfügte auch in Stammnähe kaum über intakte Wurzeln.

Aktuell: Nach dem Abbau des Winterschutzes der Hüttenphoenix habe ich kurz die Erde um den Stamm angekratzt um zu sehen, wann gesunde Wurzeln zu finden sind. Da keine zu entdecken waren, habe ich mal eben mit einem kleinen Gartenschäufelchen locker um einen Teil des Stammes herumgegraben. Das dürfte bei einer jahrelang ausgepflanzten Phoenix im Normalfall nicht ansatzweise gehen. Alle Wurzeln kaputt. Auch nur 20cm lange, fingerdicke Wurzeln sind hin.

Fazit: Es lag/liegt also bei beiden Palmen ein massiver Wurzelschaden vor. Nur: Warum?
Mulch gibt es nur bei der einen Pflanze. Nässe wäre eine Möglichkeit, die gab es aber zumindest bei der Hüttenphoenix so auch schon über viele Jahre. Frost schließe ich in dem Wurzelbereich aus. Für Schädlinge konnte ich keine Anzeichen finden.


Ich kann mit "kalkulierten" Rückschlägen ganz gut umgehen und meine Konsequenzen daraus ziehen. In diesem Fall weiß ich aber überhaupt noch nicht, wie es zu dem Wurzelschaden kommen konnte. Das Problem ist hier bislang noch nicht aufgetreten.
Aktuell erwäge ich, auch die Hüttenphoenix da rauszunehmen. So macht es ja wenig Sinn und viel Arbeit ist es bei dem Zustand der Wurzeln definitiv nicht.





Wer zu den Wurzelschäden noch Theorien hat: Gerne.
Die Laubschutzphoenix haben übrigens eher eine kleinere geschützte Grundfläche, scheinen sich aber erneut in einem guten Zustand zu befinden.

Grüße

Olli

#170 RE: Phoenix canariensis von Jörg K 10.04.2018 23:03

avatar

Hallo Olli,

wärmebedürftigere Palmen benötigen durchschnittlich höhere Bodentemperaturen im Winter. Bei tropischen Palmen liegt die Grenze wohl um 10°C die nicht dauerhaft unterschritten werden sollte. In meinen Anfangsjahren des Hobbys hatte ich auch noch tropische Arten wie Latan oder Spindelpalme, die sich nach kälteren Wintern im wenig geheizten Wintergarten bei T.min um 5°C mit Wurzelschäden verabschiedeten. Auch mehrere Exemplare der Wildform von P. roebellini verabschiedeten sich auf diese Weise. Die Baumarktmassenvariante scheint in der Hinsicht robuster zu sein.

P.canariensis sind zwar Wurzelmonster und robuster aber am Naturstandort wird es nie im Boden unter 10°C gehen. Selbst im vergangenen, der erst zum Ende des Winters seinen Namen verdient hat, sanken die Temperaturen bei uns in 1m Tiefe auf 3,x °C. Dazu nass und damit wenig durchlüftet. Daran sind wohl nur wenige Arten angepasst, die aber auch am natürlichen Standort regelmäßig nennenswerten Frösten ausgesetzt sind.

Gruß

#171 RE: Phoenix canariensis von Agave 10.04.2018 23:31

avatar

Zitat von Jörg K im Beitrag #170
wärmebedürftigere Palmen benötigen durchschnittlich höhere Bodentemperaturen im Winter. Bei tropischen Palmen liegt die Grenze wohl um 10°C die nicht dauerhaft unterschritten werden sollte.


Hallo,
so ist es, da hat Jörg 100% recht. Dazu gehört nun mal die Phoenix canariensis. Im Winter, bei ausgepflanzten Exemplaren ja dann von selber einleuchtend erscheint, hier gute Voraussetzungen zu schaffen erst recht unabdingbar wird. Drum, rücke ich meine "große" lieber im Topf hin und her, zwischen Garage und Freiland!

#172 RE: Phoenix canariensis von Pingsten 11.04.2018 06:31

Ich kann meinen Vorrednern nur zustimmen. Phoenix canariensis ist zwar im Grunde eine sehr robuste Palme aber im Winter ist die Gefahr von Wurzelschäden sehr groß. Sie muss staubtrocken sein, dann kommt sie am besten durch. Was bei ausgepflanzten Exemplaren hier bei uns wohl bedeutet ihr eine schon echt umfangreiche Drainage zu spendieren. Ich habe meine früheren Kübelphoenix immer auf eine Methode überwintern, die mir niemand geglaubt hat, aber ich hatte nie Schäden. Ich habe sie sobald es kalt würde mit nachts unter -1°C die Wedel zusammengebunden und sie in die Garage gelegt und sie da "vergessen" bis es wieder warm wurde. Da würde nichts gegossen oder ähnliches. Deshalb würde ich im Freiland eine Phoenix canariensis ebenfalls trocken legen wie eine Agave zumindest hat die Erde drum herum. Was ebenfalls hinkt ist der häufige Vergleich zwischen Phoenix canariensis und Butia odorata. Ich habe es dieses Frühjahr sehr schön beobachten können. Ein bekannter hat eine meiner Phoenix canariensis im Garten mit gleichem Schutz wie meine odoratas. So nun ist von außen der Boden durch den langen Dauerfrost eingefroren (auch im Winterschutz) meine odoratas wachsen schon fleißig, während die Phoenix canariensis offensichtlich dabei massiv wurzeln eingebüßt haben muss da sie bisher kein Wachstum zeigt und bei der Kontrolle viele braune Wurzeln zu. Vorschein kamen. Bei den Butias braucht man nur den lavamulch wegschieben und man sieht schon teilweise intakte Wurzeln. Dieses Jahr war mir aber auch eine Lehre und ich werde bei einer er solchen Situation die Regelung der Heizkabel ändern, um auch den Boden von unten so gut es geht vor eindringenden Frost von seite-unten zu schützen. Etwas längere Ausführung aber vielleicht hilft es ja einen Ansatz zu finden.

#173 RE: Phoenix canariensis von Stephan_M 11.04.2018 11:21

avatar

Hallo Allerseits,

erst einmal Danke, dass dieses Thema hier erneut so offen angesprochen wird.

Ich hatte ja schon berichtet, dass ich ein vergleichbares Problem mit einer ausgepflanzten Phoenix hatte. Die von @Jörg K und @Pingsten angesprochenen Probleme (tiefe Temperaturen + Feuchtigkeit / Durchlüftung im Boden) scheinen zumindest bei mir die einzig vernünftigen Erklärungsansätze zu sein, warum ich mit meinem ersten Versuch gescheitert bin.

Auf Grund der Größe des Schutzbaus kann ich bei mir Frost im Wurzelbereich definitiv ausschließen. Trotzdem war es an den Wurzeln meiner Phoenix ganz sicher sehr lange sehr kühl und sehr feucht...

In der nähren Umgebung kenne ich hier aber 3 ausgepflanzte Kanarische Dattelpalmen, die inzwischen richtig beachtliche Größen erreicht haben. Und bei denen das trotzdem mit jeweils unterschiedlichen Schutzkonzepten funktioniert. @Agave 2 x Dunkelüberwinterung in Boxen aus Thermo-Paneele, 1 x Folienschutz (!). Vor fast 3 Jahren hatte ich noch im alten Forum ein paar

Fotos

gezeigt. Die Palmen existieren immer noch, ich werde demnächst mal ein Update hier zeigen.

Im Unterschied zu meinem ersten Versuch wachsen allerdings diese drei Exemplare in sehr sandigem Boden. Der Besitzer der hier verlinkten Phoenix hat bei meinem Besuch vor fast 3 Jahren wörtlich genau die Formulierung von Ingo verwendet. Das Substrat in seinem Folien-Schutzbau würde im Verlaufe des Winters "staubtrocken" werden...

Das hätte ich z.B. an meinem alten Phoenix-Standort niemals auch nur ansatzweise hinbekommen. Das geben die Bodenverhältnisse ohne großräumige "Tiefbauarbeiten" bei mir einfach nicht her. Insoweit stützt das aber die Theorie von Ingo zum Wasserbedarf bei Vegetationsruhe.

Für mich bedeutet das, dass ich bei meiner leider auch aus anderen Gründen schon wieder etwas angeknacksten "Terrassen-Phoenix" ein paar Dinge ändern werde. Wenn die Regeneration einigermaßen klappt, werde ich jedenfalls erstens für ein besseres Abtrocknen zur Vegetationsruhe sorgen. Darüber hinaus werde ich zweitens unter dem flächigen Styrodur-Wurzelschutz mit dem extra installierten Heizkabel für höhere Bodentemperaturen sorgen. Das sollte auf Grund der sehr guten Isolation sogar funktionieren, ohne dass die Stromkosten durch die Decke gehen...

Irgendwann muss das mit Phoenix hier eben doch funktionieren!

Beste Grüße

Stephan

#174 RE: Phoenix canariensis von Ennie 11.04.2018 13:00

avatar

Ich bin da skeptisch. Ausgerechnet die Palme, die man im Kübel 3/4 des Jahres im Wasser stehen lassen kann, bei sehr gut aussehenden Wurzeln, wenn man nachschaut, soll im Winter Probleme mit feuchtem Boden haben? Die Palme, die sogar im nassen Laubschutz den Winter übersteht?

#175 RE: Phoenix canariensis von MarcTHR 11.04.2018 14:58

avatar

...ich vermute die Toleranz von Phoenix gegenüber hoher Bodenfeuchte ist stark temperaturabhängig, weil natürlich bei sehr niedrigen Temperaturen der Stoffwechsel stark eingeschränkt ist und dann eventuell die Wurzeln insgesamt unterversorgt bleiben.

Ich kenne eine sehr vitale und große Phoenix canariensis (spontaner Wildwuchs), die an der Algarve (Silves) mitten in einem Schilfgürtel des lokalen Flusses wächst und täglich periodisch mit Ebbe/Flut (Rückstau des Flusses gegen Atlantik) über Stunden im Wasser steht. Der Boden bleibt praktisch durchgehend nasser Schlick.

#176 RE: Phoenix canariensis von Stephan_Trier 11.04.2018 15:40

avatar

Hallo Olli,

ohne jetzt das, was sicherlich erfahrenere Leute dazu gesagt haben, relativieren zu wollen: Glaubst Du nicht, dass eine ausgepflanzte Phoenix Can., die ja quasi unbegrenzt Platz hat, den größten Teil der Wurzeln einfach mehr oder weniger gerade nach unten schickt und es von daher normal ist, dass man ringsum nicht mehr allzuviel findet?

#177 RE: Phoenix canariensis von MarcTHR 11.04.2018 17:01

avatar

Guter Einwurf! Da kann ich @Stephan_Trier nur beipflichten.
Wenn man eine etwa 2-3 jährige Phoenix, die als Sämling ausgepflanzt wurde, umpflanzen will wird es schwierig .... zu dem Zeitpunkt zumindest. Da dann oft nur 3-4 derbere Wurzeln gen Erdmittelpunkt streben und kaum Feinwurzeln (wie im Topf) mit normalen Gerät bis 50 cm Tiefe erreichbar sind.

#178 RE: Phoenix canariensis von Stephan_M 11.04.2018 17:47

avatar

Hallo Freunde,

wobei ich die Ausgangsfrage von @Olli so verstanden habe, dass er im Kern ja gerne verstehen würde, warum die Hütten-Phoenix so schlecht aussieht und die gefundenen Wurzeln alle "hin waren".

Ein Wurzelschaden würde sich möglicherweise ja auch dann zeigen, wenn wir die sehr tief reichenden Wurzeln der Palme sehen könnten. Die hier angesprochene Frage, inwieweit eine Phoenix in der Vegetationsruhe mit dauerhaft kalten - gerade noch frostfreien - Temperaturen und viel Feuchtigkeit / schlechter Durchlüftung klar kommt, würde sich ja auch in tieferen Bodenschichten stellen.

Grüße

Stephan

#179 RE: Phoenix canariensis von pheno 11.04.2018 18:57

avatar

Meine Phoenix ist jetzt den 3 Winter ausgepflanzt und topform.
Das es am feuchten Boden liegt zweifel ich ebenfalls an. Wenn jemand in nem Wasserloch wohnt, dann ich.
Mein Olivenbaum macht schlapp und die Phoenix erfreut sich bester Gesundheit.
Im übrigen schaltet mein Thermostat im Winter erst bei -2Grad ein.

LG Carsten

#180 RE: Phoenix canariensis von Stephan_Trier 11.04.2018 19:45

avatar

Zitat von Stephan_M im Beitrag #178
würde sich ja auch in tieferen Bodenschichten stellen.

...nur werden tiefere Bodenschichten halt nicht mehr so kalt. Je tiefer, desto weniger.

Hört sich vielleicht jetzt extrem trivial an. Aber meine Vermutung wäre ein ganz „normaler“ Winterrand, der nicht unbedingt etwas mit einem Wurzelschaden zu tun hat.

Xobor Einfach ein eigenes Forum erstellen