#1 Erfahrungen Livistona nitida im Freiland von Pingsten 22.12.2018 08:29

Hat von euch jemand in Deutschland, Österreich, Schweiz eine Livistona nitida ausgepflanzt oder hat es vor? Aus Erfahrungen die ihr aus ferneren Ländern aufgeschnappt habt währen interessant. Ich habe den Verdacht/ die Befürchtung das hier eventuell eine Art etwas außen vor gelassen wird die recht vielversprechend ist. Sicherlich wird sie hier und da erwähnt aber mal so richtig was gibt es nicht. Was sicherlich mit Verfügbarkeit und unverschämten Preisen zu tun hat aber man hört in letzter Zeit vor allem im amerikanischen Raum in Foren usw immer häufiger den Namen. Vor allem wenn die Leute washingtonia robusta und sogar filifera aufgrund von Ausfall durch Kältetod ersetzen müssen. Da scheint es wohl Vorteile zu geben. Wachstum wird ähnlich beschrieben wie das der filifera (nur als jungpflanzen langsamer). Ich weiß für uns hier gilt das nicht. Aber ich denke an die Zeit (Wenn es auch noch etwas hin ist) wenn meine washis nicht mehr schützbar sind. Und wenn man keine importpflanze findet sollte man früh Sämlinge ziehen.

#2 RE: Erfahrungen Livistona nitida im Freiland von MarcTHR 22.12.2018 08:48

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Zur Kältetoleranz kann ich nicht wirklich berichten, aber etwas zu den Erfahrungen bei der Anzucht.
Ich habe 2013 die Art aus Samen (rps) angezogen, wobei die Keimung gut und schnell funktioniert. Einjährige habe ich an der Algarve ausgepflanzt. Ab dem 3. Jahr entwickelt sich die typische Wedelform und dann steigert sich auch die Wachstumsrate.
In der Anzucht sind sie klar langsamer als Phoenix oder Washingtonia. Wurzelverletzungen durch Umpflanzen toleriert die Art nur sehr schwer. Einige sind auch nach Monaten nach dem Umpflanzen eingegangen. Auch diesbezüglich sind Washingtonia und Phoenix robuster.
Trotzdem überzeugt die Art durch tiefgrüne zahlreiche und langlebige Wedel. Innerhalb der Gattung Livistona ist dies sicher die beste Wahl für Auspflanzversuche in Mitteleuropa.

#3 RE: Erfahrungen Livistona nitida im Freiland von Wendy 22.12.2018 12:08

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Hi,
kann zwar nur von meiner Kübel-Nitida Erfahrungen weitergeben, aber meines Erachtens und auch aufgrund der Herkunft, kann ich mir keine entsprechende Frosttoleranz vorstellen.


(Mai 2018) nach dem Umtopfen mit leichten Wurzelschäden. An den ältesten Wedeln sind die Frostschäden aus März 2016 bei -3° Grad noch erkennbar. (Ungeschützt, durch zu baldiges Ausräumen aus dem Winterquartier mit einmaligem überraschenden Nachtfrost nach Regen; damals sind aber bei ALLEN meinen Kübeln die aktuellsten Speere erfroren).


(September 2018) trotz des umtopfens hat sie in der Zeit 8 neue Wedel geschafft!

Einen auspflanzversuch werde ich jedoch in meiner Region (tE/tF) auch mit möglichsten Schutz nicht vornehmen.

LG
Wendy|addpics|m01-y-82af.jpg-invaddpicsinvv,m01-10-960e.jpg-invaddpicsinvv|/addpics|

#4 RE: Erfahrungen Livistona nitida im Freiland von Flo 22.12.2018 15:21

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Ich denke, gerade weil sie bei uns sicher etwas langsamer wächst als W. robusta, ist sie ein Versuch wert. Schützen muss man ja sowieso. Selber habe ich keine, würde aber deinen Versuch mit grossem Interesse verfolgen. Ich kenne einen Bericht aus Neuseeland, wo sie bei -8 Grad leichte Blattschäden davongetragen hat. Aber damit sie sowas wegsteckt, braucht es wohl eine Tageserwärmung danach.
LG Flo

#5 RE: Erfahrungen Livistona nitida im Freiland von Agave 22.12.2018 20:11

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Zitat von Pingsten im Beitrag #1
Aus Erfahrungen die ihr aus ferneren Ländern aufgeschnappt habt währen interessant. Ich habe den Verdacht/ die Befürchtung das hier eventuell eine Art etwas außen vor gelassen wird die recht vielversprechend ist.

Hallo,
mhhh...man hat ja schon Stress in Zimmerhaltung mit Livistona. Ich persönlich brauche bestimmt keine Palme im Garten, wo ich einen immensen Schutz anwenden muss, um das Ding über den Winter zu bekommen und im Frühjahr bei auspacken doch letztendlich enttäuscht zu werden.

LG Ingrid

#6 RE: Erfahrungen Livistona nitida im Freiland von Pingsten 23.12.2018 06:38

Interessant, also gehen die Meinungen da doch weit auseinander. Ich kenne keine Berichte wo sie bei -3°C schwächelt, ich glaube auch nicht, dass es sich dann um eine nitida handelt, die wären ja bescheuert dan filiferas gegen nitidas zu tauschen. Ich bin mir ja eigentlich für keinen Versuch zu schade aber washingtonia ist so das Maximum, mit meiner Syagrus zusammen. Okay, bisher ist nichts geschützt. Und bis -5°C passiert da bei mir auch nichts. Die livistona sollte schon von der Härte her an butia odorata und brahea armata ran kommen sonst würde ich mir die nicht in den Garten stellen. Wie gesagt, wäre es ja auch ein Langzeit Ding. Ich hoffe ja meine washis noch so lange wie möglich zu halten. Wenn es dann aber irgendwann soweit ist, würde ich da ansetzen. Und ja, es gibt ja auch ungeplante Ausfälle.

#7 RE: Erfahrungen Livistona nitida im Freiland von MarcTHR 31.12.2018 00:54

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...so schaut meine selbstgezogene Livistona nitida in Portugal gerade aus

#8 RE: Erfahrungen Livistona nitida im Freiland von Pingsten 11.01.2019 02:25

Also die Livistona nitida ist für mich jetzt doch raus. Um meine washingtonias auf lange Sicht ersetzen zu können muss da schon eher ein "performer" her. Man könnte es sich auch einfach machen und trachy oder chamaerops nutzen aber das wäre ja langweilig. Ich halte mal etwas am Livistona komplex fest. In den Staaten aber auch in Spanien gibt es wohl auch häufig die Idee (Ich weiß nicht wie häufig es umgesetzt wird) eine washi gegen eine Livistona decora zu tauschen. Wachstum soll mit eine washi vergleichbar sein. Frosthärte ist sie etwas härter mit Schäden ab -6°C hat sie aber schon Vorteile, da ja eine robusta in dem Bereich schon ordentlich "Federn" ähm Blätter lässt bis hin zum totalausfall. Des weitern soll sie besser mit Feuchtigkeit bei kühlen Temperaturen zurecht kommen. Was vor allem den Leuten in den Staaten wichtig zu sein scheint (abgesehen davon, dass dort washis häufig auch aufgrund von Schädlingen ersetzt werden müssen). Hat jemand eine Livistona decora und kann was dazu sagen?

#9 RE: Erfahrungen Livistona nitida im Freiland von MarcTHR 11.01.2019 06:55

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Livistona decora = decipiens habe ich auch in Portugal ausgepflanzt. Diese wächst recht zügig im Vergleich zu anderen Arten der Gattung. Über eine besondere Frosthärte kann ich nichts Vor- oder Nachteiliges berichten, da sie nie weniger als -1°C aushalten musste.

Daneben habe ich auch folgende Livistona-Arten: australis, chinensis, saribus, mariae, inermis, fulva, lanuginosa, muelleri, nitida und gerade in Anzucht in Töpfen die L. victoriae.

#10 RE: Erfahrungen Livistona nitida im Freiland von Mathias 11.01.2019 10:25

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Hallo zusammen,

ich kann mir nicht vorstellen das eine aus dem tropisch/ subtropische Queensland stammende L.nitida oder andere Art sich durch herausragende Frosthärte auszeichnet.
Ich pflege seit 2013 eine L.australis, die durch Ihr weiter südlicher reichendes Verbreitungsgebiet mehr "abkönnen" müsste.
Ihre Grenze ist vergleichbar mit W.robusta, so ab -4°C entstehen die ersten Frostschäden an den Wedeln.
L.chinensis will ich mir dieses Jahr zulegen, da mir der Habitus der Livistonas (hängende Blattspitzen) sehr gefällt.
Sie soll etwas mehr vertragen.
Hier ein aktuelles Bild meiner L.australis (Bildmitte, unten)


Gruß M.

#11 RE: Erfahrungen Livistona nitida im Freiland von MarcTHR 11.01.2019 12:19

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Laut palmpedia http://www.palmpedia.net/wiki/Category:LIVISTONA wird den meisten Arten eine Winterhärte von USDA Klimazonen 9b und 10a (-3,8°C bis -1,1°C) zugesprochen. Wenige können in Zone 9a aushalten (-6,6°C). Livistona australis werden - 6°C zugemutet und L. chinensis soll -9°C, allerdings mit Entblätterung überstanden haben.

#12 RE: Erfahrungen Livistona nitida im Freiland von Mathias 11.01.2019 13:11

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Hallo Marc,

nach meinen Erfahrungen wäre das eindeutig zu viel für L.australis.
Sie hatte bereits nach -5°C alle Blätter verloren.
Gruß M.

#13 RE: Erfahrungen Livistona nitida im Freiland von MarcTHR 11.01.2019 15:28

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Hallo Mathias,

ja das kann ich mir denken. Eine richtige Verglasung bei -5°C ist schon eine Herausforderung für subtropische Arten. Ich kenne ältere Exemplare Livistonia (vermutlich chinensis) in Evora (Alentejo, Portugal nahe Grenze zu Spanien), wo die tiefsten Wintertemperaturen ausnahmsweise auch mal zwischen -5 und -10°C fallen können. Insgesamt wirken diese Palmen aber nicht sonderlich vital (chlorotisch), da vermutlich Boden und heiss-trockene Sommer nicht ideal sind.

#14 RE: Erfahrungen Livistona nitida im Freiland von Flo 12.01.2019 10:05

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Im Garten vom Hotel Brenscino in Brissago steht diese kleine Livistona chinensis. Die sieht regelmässig Minustemperaturen, wenn auch nicht besonders tiefe und nicht für lange.
Marcels und meine Parajubaeas im selben Garten haben ja letzten Winter etwas gelitten, die Livistona sieht dagegen tiptop aus. Genaue Temperaturen kenne ich nicht.
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