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#1 Freilanderfahrungen Agave Montana - Entwicklungsbericht ab April 2013 von grünerdaumen 18.11.2015 21:20

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hier will ich analog dem Ovatifolia-Erfahrungs-Thread über die zur gleichen Zeit ausgepflanzte Agave Montana berichten.

laut div. Händlern bzw. Literatur wird meist eine Kältegrenze um die -15 Grad angegeben, Hinweis -> Regenschutz empfohlen. Weiters wird eine gewisse Schnee- bzw. Feuchtigkeitstoleranz nachgesagt.

Substratmischung: je ein Drittel Gartenerde, runden Kies und groben Quarzsand (das Beet wurde rd. 1-1/2 bis 2 Spatenstiche tief bearbeitet)
Im Pflanzloch wurde noch extra Lavagranulat/Kakteenerde untergemischt, etwas erhöht gepflanzt -> ein paar cm nur mineralische Schicht hält Nässe vom Pflanzenhals besser fern.

Abdeckschicht: die letzten cm wurde Lavagranulat aufgebracht

Standort: rd. 6 Meter vom Haus entfernt und in der Nähe der Ovatifolia (rd. 2m), daher gleiches Mikroklima. Sonne von Morgens bis rd. 18:00

Herkunft: von Peter (tropicalgarten).... hat sie aus Samen gezogen und daher von klein auf an das Klima gewöhnt.

April 2013 - ab ins Freie



so ich fasse mal die Zeit von April2013 bis September 2014 zusammen

Mai2013 - wurzeln und Akklimatisierung ist angesagt, kaum Wachstum die ersten Wochen erkennbar
Juni2013 - Blätter werden größer, mehr und grüner, ganze Kraft geht ab jetzt ins Wachstum
Juli und August - wochenlange Hitzewelle war perfekt für Wachstum
September - alles perfekt, Wachstum geht weiter
Anfang Oktober - Winterschutzbau aufgestellt - aufgrund warmer Temps zum Austrocknen genug Zeit
Oktober2013 - alles im Plusbereich, kein einziges Mal unter null Grad
November2013 - die erste Novemberhälfte war ziemlich Feucht und Nass - tagelanger Dauerregen. Zweit Novemberhälfte war des öfters um -6 grad nachts und tagsüber um den Gefrierpunkt
Dezember2013 - war großteils mild, nachts einige Male um die -6 Grad, tagsüber fast immer im Plusbereich, kein einziger cm Schnee, agave daher wie erhofft in tadellosen zustand
Jänner2014 - sie ersten Jännerwochen waren von den Temps angenehm selten unter Null - jedoch öfters Nebeltage. In den letzten beiden Jännerwochen war meist Dauerfrost, kaum über null auch tagsüber nicht - in der Nacht zw. -6 bis -10. Es gab drei Nächte mit -8 bis -10 - da ja Montana nicht so eine Frosthärte nachgesagt wird - hab ich ein Vlies 4lagig darübergelegt.
Februar2014 - der Februar war von den Temps nicht wirklich frostig - nächtens ab und zu - 3 bis - 5 Grad ab sonst meist über Null
März2014 - der Frühling ist da, Nässeschutz entfernt - Agave sieht perfekt aus
April - Mai 2014 - von den Temps nicht optimal, keine Winterschäden erkennbar, sie hat es geschafft.

Eigentlich war übern Winter von hoher Luftfeuchte (aufgrund vieler Nebeltage), warmen Perioden, kälteren Perioden alles dabei. Tiefsttemp war -10/-11 Grad, Vlies war rd. 1 Woche im Einsatz

Die Saison 2014 hatte Montana schöne Entwicklung, sicher auch da sie ohne Schäden aus dem Winter starten konnte. Hier noch ein paar Bilder dazu











und noch ein direkter Vergleich April2013 - September2014





Da Montana gilt ja als "Weichei", hab im November 14 überlegt ob sie outdoor bleibt oder in den topf kommt, hab mich dann für die outdoorvariante entschieden

Anfang Dezember14, Montana seit 2 Monaten mit Nässeschutz
Der November war feucht feucht und wieder feucht, wochenlange Nebelschicht, kaum Sonne, viel Regen und Luftfeuchte meist über 90 %



Anfang Jänner15 - der Dezember war zweigeteilt, bis heilig Abend extrem milder Monat .... Jedoch viel regen, nebel und hohe luftfeuchte meist über 90%
Dann kam eine Woche Dauerfrost mit um die minus 10 grad nächtens, der ständige Begleiter war ein eiskalter wind
Doppellage Vlies wurde eingesetzt, mittlerweile wieder entfernt



Anfang Februar15, Jänner war wie bereits im ovati-thread erwähnt von den temps nicht gefährlich
Montana sieht ok aus



Anfang April15 - montana ab der zweiten Märzwoche ohne Nässeschutz, März selbst war von den Temps nicht gefährlich... nächsten ab und zu ein paar Minusgrade, der zweite Winter ist geschafft ;-)
Wie bereits in den updates fetsgehalten gab es diesen Winter zwei Dauerfrostperioden jeweils rd eine w
Woche, doppellagige Vliesabdeckung kam zum Einsatz, am Wochenende gibts Starthilfe mit einer Vitanalmischung

Hmmm, beim Auspflanzen eigentlich nicht mit dieser Entwicklung gerechnet und zu Nahe bei thompsoniana
Da auch die thompsoniana ordentlich gas gibt wird es diese Saison ziemlich eng wenn nicht zu eng werden ...



Anfang Mai15 - montana in der dritten Saison ;-) ..... Aprilwetter, kalt, warm, wind .... Montana nähert sich der thompsoniana ...



Anfang Juni15 - Mai war nass und kühl, montana wächst trotzdem gut weiter, Masse 50 cm dm und 38 cm höhe





....hab mal Blattlänge gemessen .... 30cm sind erreicht, gibt diese Saison trotz naja nicht berauschenden Juni Gas



Juli und August war perfektes Sommerwetter für unsere Exoten, mehrwöchige Hitzewellen mit Temps bis zu 36 Grad. Niederschlag quasi nicht vorhanden, hab deshalb drei vier mal wassergaben verabreicht, Wachstum perfekt....





Anfang Oktober15 - September war sehr warm und trocken, mittlerweile ist Nässeschutz aufgebaut, hab thompsoniana etwas zusammengebunden damit bei Bedarf leichter mit Vlies gearbeitet werden kann, überlege ob ich sie im Frühjahr16 versetze, wenn montana und thompsoniana 2016 weiter so gut wachsen gäbe es Crash






Fortsetzung folgt..... hoffe nicht zu viele Infos und Bilder :-)

#2 RE: Freilanderfahrungen Agave Montana - Entwicklungsbericht ab April 2013 von Erdbär 18.11.2015 21:38

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Total schön! Klasse!

#3 RE: Freilanderfahrungen Agave Montana - Entwicklungsbericht ab April 2013 von René 18.11.2015 22:16

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Hallo Reinhard

Wenn man das bei Dir sieht bekommt man richtig Lust auf mehr
Absolut klasse Pflanzen ,superschöne Fotos und eine sehr ausführliche Dokumentation ,vielen Dank

#4 RE: Freilanderfahrungen Agave Montana - Entwicklungsbericht ab April 2013 von Paradiesvogel 18.11.2015 22:56

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Hallo Reinhard,

eine schön detailierte Beschreibung, klasse! Da bekommt man echt Lust, das auch mal selbst auszuprobieren.
Als "Auspflanz-Schisser" würde ich erstmal Probanten ins Feld werfen. Ich habe auch eine schöne Montana, leider hat die noch keine Ableger gebildet. Ist das bei dieser Art normal?

VG
Axel

#5 RE: Freilanderfahrungen Agave Montana - Entwicklungsbericht ab April 2013 von grünerdaumen 18.11.2015 23:05

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Zuerst mal thanks Axel

Weder die im topf noch die ausgepflanzte hat bis dato nachwuchs bekommen
Hab deshalb auch ein paar samen voriges Jahr gezogen sind relativ langsam
beim wachsen

#6 RE: Freilanderfahrungen Agave Montana - Entwicklungsbericht ab April 2013 von greenthumb 19.11.2015 06:55

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Hallo Reinhard,

Montana habe ich zwei Exemplare ausprobiert im Freiland mit Regenschutz, auch nahe Hauswand, ausgepflanzt noch im vorherigen Garten in Köln.
Leider war bei -10/12 Grad Ende und sie wurde matschig . Bei einem vollsonnigen Platz mag sich das vielleicht verschieben auf -12/14 Grad, aber ich denke die -12 Grad wird die Grenze sein.

Tolle Pflanze und man sieht bei dir sehr gut, wie zu dem dunklen Grün diese tolle Musterung dazu kommt. Super Fotos. Vielen Dank.
Aber bei der Montana musste ich leider die Erfahrung machen, dass hier nur mit Frostschutz dauerhaftes Überleben gesichert ist.
Wäre eine Überlegung, sie zu einer schützenden Palme zuzupflanzen, wenn genügend Platz im Schutz ist.

Ich drücke dir sehr die Daumen, dass du von dieser schönen Agave noch sehr lange etwas hast.

Viele Grüße

Andreas

#7 RE: Freilanderfahrungen Agave Montana - Entwicklungsbericht ab April 2013 von Frankrock 22.11.2015 09:14

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Ein absoluter Traum, ich werde meine dann glaube ich auch mal auspflanzen. Langfristig gesehen, müsste ich es ja eh machen ! Danke für die tollen Bilder!

Lg Frank

#8 RE: Freilanderfahrungen Agave Montana - Entwicklungsbericht ab April 2013 von tarantino 22.11.2015 12:41

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Hervorragender Thread!!! Ganz ähnliche Erfahrung konnte ich auch bzgl der Härte von montana machen. Zu gegebener Zeit werde ich meine Erfahrungen mit beitragen.

#9 RE: Freilanderfahrungen Agave Montana - Entwicklungsbericht ab April 2013 von Yucca-Ranch 24.11.2015 11:09

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Tolle Pflanzen
leider hab ich mit Montana ganz andere Erfahrungen gemacht
Trotzwinterschutz 100% trocken hab ich in 2 Winter jeweils 1 Pflanze verloren

bei kurzfristigen -8 Grad war schon schluß
Seitdem halte ich Montana nur noch im Kübel bis max -5 bis -6 Grad im GWH

#10 RE: Freilanderfahrungen Agave Montana - Entwicklungsbericht ab April 2013 von Olli 29.11.2015 10:48

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Hallo Reinhard,

danke für die Doku.
Von Yuccas und Agaven habe ich ja nun überhaupt keinen Plan, habe aber 2013 ebenfalls eine Montana experimentell unter das kleine Vordach der Kellereingangsüberdachung gepflanzt. Die Erde wurde mit grobem Sand gemischt. Sie bekommt Sprtzwasser ab oder Regen, wenn er von Osten kommt - was hier nicht oft der Fall ist. Sonne leider nur in den Mittagsstunden. Es schien aber der geeignetste Standort zu sein, den ich hier habe. Alternativ wäre noch die hier erwähnte Beipflanzung zu einer Palme o.ä. zu überlegen, wobei das Ding natürlich schon verdammt spitz ist...
In den letzten beiden Wintern hatte sie wegen der milden Temps keine Probleme. Wenn es kälter wird könnte ich sie eigentlich nur vorübergehend passiv z.B. mit Mulch+Isolierfolie schützen. Mal gucken, wie lange das klappt.



Eigentlich ein schönes Thema, aber aktuell habe ich mit den bereits gepflanzten Exoten genug am Hut und es ist hier nicht gerade die trockenste und wärmste Ecke Deutschlands. Da halte ich mich vorerst noch zurück.

Grüße.

Olli

#11 RE: Freilanderfahrungen Agave Montana - Entwicklungsbericht ab April 2013 von Kraichgaupalmen 02.12.2015 20:31

Hallo greenthumb / Andreas

Agaven sind nicht so winterfest wie sie gerne verkauft werden, deshalb habe ich jeweils einen aufwendigen Winterschutz bauen lassen, von einem ausgewiesenen Fachmann, und fahre bisher sehr gut damit. Außerdem verlege ich Heizdrähte, die bei minus 4 grad aktiv werden und ein bißchen aufheizen falls notwendig. Nässe ist nicht gut, ich habe selbst beim Auspflanzen vor 2 1/2 Jahren vielleicht dreimal gegossen, den Rest mußte die Natur erledigen. Das funktioniert seit Mai 2013 sehr gut.

#12 RE: Freilanderfahrungen Agave Montana - Entwicklungsbericht ab April 2013 von Claus SI 02.12.2015 21:45

@ Kraichgaupalmen, auf Deinen Bericht habe ich gewartet, er deckt sich zu 100% mit meinen eigenen Erfahrungen, um so weniger Wasser sie im Sommer bekommen, um so tiefer gehen die Wurzeln. Auch Agaven können im Sommer absaufen, verfaulen !

Super Bericht, ich gieße nur wenn permanent mehrere Tage über + 30° C ..........aber nicht viel an Wasser, in der Natur ist es genau so, manche leben nur vom Morgentau !

#13 RE: Freilanderfahrungen Agave Montana - Entwicklungsbericht ab April 2013 von Claus SI 02.12.2015 21:48

@ Reinhard Austria, Du hast den Vorteil, dass es bei Dir wesentlich trockener ist als hier im Westen, wo permanent die Tiefdruckgebiete vom Atlantik sich hier ausregnen !
Gratulation zu Deinen Agaven, aber auch zu Deinem Klima !

#14 RE: Freilanderfahrungen Agave Montana - Entwicklungsbericht ab April 2013 von René 02.12.2015 21:55

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Ja so ist es Claus

Das kontinetale Klima bekommt ihnen wesentlich besser ,da kann es mal gut unter -15 Grad gehen ,da würde nichts passieren,das wäre hier ausser mit A.megalacantha ohne Regenschutz kaum möglich

#15 RE: Freilanderfahrungen Agave Montana - Entwicklungsbericht ab April 2013 von Claus SI 02.12.2015 21:59

Zitat von Kraichgaupalmen im Beitrag #11
Hallo greenthumb / Andreas

Agaven sind nicht so winterfest wie sie gerne verkauft werden, deshalb habe ich jeweils einen aufwendigen Winterschutz bauen lassen, von einem ausgewiesenen Fachmann, und fahre bisher sehr gut damit. Außerdem verlege ich Heizdrähte, die bei minus 4 grad aktiv werden und ein bißchen aufheizen falls notwendig. Nässe ist nicht gut, ich habe selbst beim Auspflanzen vor 2 1/2 Jahren vielleicht dreimal gegossen, den Rest mußte die Natur erledigen. Das funktioniert seit Mai 2013 sehr gut.


@ Kraichgaupalmen : schlimmer noch ist es, wenn Agaven 100%ig Luftdicht mit Kübel überdeckt werden, sie werden faulen wegen Sauerstoffmangel, Dunkelheit bei Speißfässern,
Tropfwasser nach Nachtfrost durch Tau ins Agavenherz, noch besser ist eine schräge Pflanzung, da kann dann stehendes Wasser aus der Mitte der Agave besser ablaufen.


Agave utahensis, Agave megalacantha, Agave parryii , Agave neomexicana sind für mich mit geringem Aufwand sehr gut Outdoor zu halten.
sauren Mulch als Frostschutz würde ich niemals nehmen, gibt auch Pilz am Agaven Hals !

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