Seite 2 von 3
#16 RE: Bremer Garten von Flora1957 06.01.2018 12:07

Hallo Horst,

auch ich habe zwei Rhododendren und eine Azalee in meinem Garten - würde ich natürlich niemals als heimische Gehölze bezeichnen. Ich habe aber auch Eiben, Liguster, Holunder, alten Efeu (bei der Blüte im Herbst tummeln sich hier Bienen, Wildbienen, Wespen, Schmetterlinge - ein unglaublicher Gesang), Schlehe und Vogelbeere (Nahrung für 54 Vogelarten!), Brombeeren und auch Brennesseln. Ich brauche deshalb niemals Pestizide zu verwenden, das erledigen alles die Tiere im Garten. Aber wie schon gesagt: Jeder nach seiner Fasson.

Viele Grüße

Lutz

#17 RE: Bremer Garten von Bisaflor 06.01.2018 12:07

avatar

Da kann ich Flora1957 und dem Kleinen Skink nur beipflichten.

Erst kürzlich gab es Berichte über den massiven Insektenrückgang um 75%. Das ist kein Wunder, wenn doch fast jedes Feld mit Glyphosat und Insektiziden totgespritzt wird, die Bebauung auch durch Naturschutzgebiete keine Grenzen kennt (ICE-Trasse Berlin-München) sind doch die Parks und Gärten die einzigen Rückzugsmöglichkeiten gefährdeter Arten.

Doch wer Kieswüsten oder nur Exoten pflanzt entwertet auch noch diese Lebensräume und nimmt den Tierarten auch noch die letzten Gegenden zum überleben was dann auch zum unausweichlichen Verschwinden vieler Tier und Pflanzenarten in vielen Teilen Deutschlands führt.

Ich kann Menschen verstehen, die Exotik wollen, ich kann aber keinen verstehen, der nur um eine Palme zu pflanzen ganze Wälder dem Erdboden gleichmacht.

Denn wir alle sind Teil der Natur, wir leben und wir nehmen uns auch viel von ihr. Und allein deswegen denke ich, dass ein jeder auch bereit sein sollte, etwas dieser Natur auch zuzugestehen oder wieder zurückzugeben und sei es auch nur die Anlage eines schönen heimischen Blumenbeets oder das Pflanzen eines solchen Baums.

Und Naturschutz ist so wichtig, dass er viele Bereiche umfasst und durchdringt.

Nur weil das ein Exotenforum ist, heißt das ja noch lange nicht, das die Natur hier ausgeblendet werden muss.

Denn für mich zeigt ein jeder Garten nicht nur den persönlichen Geschmack, sondern auch die Haltung denjenigen zur Natur.

LG Bisaflor

#18 RE: Bremer Garten von Flora1957 06.01.2018 13:24

Hallo Bisaflor,

als ich vor 10 Jahren dieses Haus mit dem Garten übernommen habe, hatte ich 5 Gartenbauer hier, die darlegen sollten, wie sie mir bei der Nutzbarmachung des Dschungels behilflich sein könnten. Drei haben sich überhaupt nicht mehr gemeldet (wohl, da der unglaublich hohe Arbeitsaufwand schwerlich zu kalkulieren war - kann ich rückblickend nur bestätigen) und die beiden restlichen wollten mit Glyphosat erst einmal alles ''Platt'' machen. Dies kam und kommt für mich aber niemals infrage. Die Konsequenz ist, daß ich eben immer viel viel mehr für ein entsprechendes Ergebnis strampeln muß, aber unterm Strich ist es für mich genau richtig.

#19 RE: Bremer Garten von Olli 06.01.2018 15:21

avatar

Hallo,

interessante Aspekte die sich letztlich aus den Bildern von Andreas ergeben haben.

Leider sind - wie bereits angedeutet - auch "konventionelle" (Vor-) Gärten häufig recht steril und weder überwiegend einheimisch bepflanzt, noch im Sinne der Natur vielfältig.
Die meisten Pflanzen im Garten und auf dem Feld sind eben ursprünglich nicht heimisch. Ob die Tulpe ursprünglich europäisch ist oder unsere Zuchtformen eher aus dem Orient kommen, da bin ich nicht sicher. Geranien, Mais, Tomaten und Kartoffeln sind - neben den in anderen Beiträgen bereits genannten Beispielen - jedenfalls nicht heimisch. Und ob dann im Sommer die Kübelpalme an einem bestimmten Standort steht oder ein ausgepflanztes Exemplar oder Geranien spielt dann auch keine Rolle mehr.
Die Fasern der Trachys sind übrigens beliebtes Nistmaterial für Vögel und die Blüten sind immer voller Insekten.

Was den Rasen angeht so haben wir hier einerseits den "Barfußrasen" auf dem z.B. Badminton gespielt wird und wo man wirklich keine Zecken, Disteln und Bienen auf Kleeblüten gebrauchen kann. Auf der kleinen Obstwiese nebenan sieht das schon wieder ganz anders aus.

Ich denke einfach, dass die meisten Leute sich aus Geld und Platzgründen leider nicht "die ganze Welt in ihren Garten" holen können und daher - z.B. auf häufig kleinen Neubaugrundstücken - Schwerpunkte setzen müssen.
Wir sind hier von vielen großen Buchen umgeben. Holunder, Brombeeren usw. drängen von allen Seiten in den Garten. Da muss man höllisch aufpassen, dass nicht in kurzer Zeit alles zuwuchert und wenn ich hier einen einzigen heimischen Baum frei wachsen lasse wird es zappenduster.

Übrigens stand neulich noch in der Zeitung, dass es aufgrund der vielen Bäume und der "Verbuschung" viel zu wenig Lebensräume für wärmeliebende Kriechtiere gäbe.

Also "das eine Richtig" gibt es nicht. Aber etwas "Natur" kann und sollte man wohl in jedem Garten zulassen.

Grüße

Olli

#20 RE: Bremer Garten von Flora1957 06.01.2018 15:51

Hallo Olli,

die vor 10 Jahren vorgefundene Verbuschung meines Dschungels lichte ich gezielt aus um den gewonnenen Raum dann u.a. auch für Exoten zu nutzen. Das schafft dann auch Raum für andere Tiere (z. B. Wildbienen lieben warme Sandböden), die zuvor weniger gute Bedingungen vorgefunden haben. Aber ich bemühe mich um gezielte Kompensation (z.B. Benjeshecke, Totholzhaufen, Nistkästen etc.).
Aber ganz sicher mache ich nicht alles richtig. Dies bekomme ich immer wieder vor Augen geführt, wenn ich durch den Garten gehen. Ich bin also weit davon entfernt, meinen Weg als ''den richtigen'' zu sehen - für mich ist er es aber schon.

Viele Grüße

Lutz

#21 RE: Bremer Garten von Olli 06.01.2018 17:17

avatar

Hallo,

ich will das Thema von Andreas jetzt auch garnicht zu weit vom Ursprung wegführen. Wenn er möchte können wir das auch ausgliedern.
In seinem Garten sieht man aber ja schon viele verschiedene Bereiche. Eintönig ist es dort jedenfalls nicht und das alleine ist ja schon gut für eine möglichst große Tier- und Pflanzenvielfalt.

Letztlich kann man feststellen, dass die allermeisten Exotengärten nicht naturfeindlicher sind als konventionellen Gärten. Was da teilweise an Chemie zum Einsatz kommt und wie steril es oft zugeht - da braucht man sich wegen ein paar Palmen nun wirklich keine Sorgen zu machen. Jeder kann mit einfachen Mitteln einen kleinen Beitrag im Sinne der Natur leisten. Ob ein etwas verwilderter Totholzbereich am Kompost, Nistmöglichkeiten für Wildbienen und Vögel, oder Nahrungsquellen wie auch der "exotische" Rosmarin oder Lavendel.
Alles besser als betonieren und grün streichen ;-)

Hi Lutz,
ich lasse auch immer ein paar wild gewachsene Sachen stehen. Hier eine kleine Buche, dort eine Eibe oder Ilex. - Wie es halt gerade so kommt.

Grüße

Olli

#22 RE: Bremer Garten von Flora1957 06.01.2018 18:11

Hallo Olli,

ich finde den Garten von Andreas alles andere als eintönig, sondern ich hatte viel Freude beim Ansehen der Bilder!

Grüße

Lutz

#23 RE: Bremer Garten von Olli 06.01.2018 21:12

avatar

Hallo Lutz,

alles gut. Ich wollte mich allgemein äußern und keine solche Position in deinen Beitrag hineininterpretieren.

Grüße

Olli

#24 RE: Bremer Garten von halcyon84 06.01.2018 23:37

avatar

Zitat von Bisaflor im Beitrag #17

Nur weil das ein Exotenforum ist, heißt das ja noch lange nicht, das die Natur hier ausgeblendet werden muss.

Wenn du hier auf meinen Kommentar bzgl. der Igel anspielst, gebe ich dir recht.
Das war provokativ und natürlich nicht so gemeint wie man es liest.

Aber es geht doch in diesem Forum ausschließlich um Natur

Ich habe schon immer sehr ländlich gewohnt und hatte niemals das Gefühl die heimische Flora und Fauna wäre vom Aussterben bedroht.
Hier in der Gegend stehen tausende und abertausende heimische Gehölze, sei es in Wäldern, Wiesen oder am Wegesrand.
Deswegen sind solche Dinge wie, 'ich pflanze eine Weide und helfe der Natur' für mich eher befremdlich.
Ich freue mich eher über jeden Garten oder Vorgarten mit Palmen und Exoten, den ich entdecke, denn diese sind wirklich selten, sei es in Kies oder Rasen.

Ich denke übrigens, wenn wir hier eh nicht auf einen 'grünen Zweig' kommen, sollten wir Andreas und seinem Garten diesen Thread wieder überlassen

Grüße,
Jerome

#25 RE: Bremer Garten von Bisaflor 07.01.2018 00:56

avatar

Hallo Jerome,

Ich denke auch, dass der Thread ganz schön Off-topic wurde und das bei so einem ausgewogenen Garten gar nicht hätte sein müssen.

Das hätte man auch in einem seperaten Thread besprechen können, das tut mir auch ein bisschen leid für dich Andreas S.

Zu deinem Kommentar sei gesagt, dass diese Sichtweise natürlich auch genau umgekehrt sein kann. Wer in dicht bebauten Städten wohnt, wo jeder Rhododendren und Hortensien im Garten stehen hat, der sehnt sich vielleicht eher nach zwitschernden Vögeln und heimischer Natur, als jemand, der das schon von kleinauf kennt. Aber ich dachte, dass gerade wenn man auf dem Lande lebt, dies auch zu schätzen weiß und es schützt, aber das muss wohl nicht auf jeden zutreffen.

Auch die Fakten sprechen ganz klar für die Abnahme naturnaher Landschaften und Zunahme von Kies und Steinwüsten als "trendige" und "pflegeleichte" Gartenideen.

Und mein Verständnis von Natur ist eben auch das Zusammenspiel von Pflanzen und Tieren.
In meinen Augen klammern reine Exotengärten und Kieswüsten Letztgenannte aus und sind damit kein Beispiel für eine naturnahe Gestaltung, sondern ausschließlich was fürs Auge.

Aber es stimmt, unsere Meinungen über Gartengestaltung sind nicht wirklich übereinstimmend.
Müssen sie auch nicht, verschiedene Meinungen sind ja auch völlig in Ordnung.

Dennoch wollte ich dem Irrglaube entgegenwirken, durch das Anlegen von Steinwüsten oder reinen Exotengärten täte man der Natur etwas Gutes oder es hätte irgendwelche Vorteile für diese, da faktisch genau das Gegenteil der Fall ist und die einzigen Vorteile darin für einen selbst liegen.

LG Bisaflor

#26 RE: Bremer Garten von KleinerSkink 07.01.2018 12:20

avatar

Da habe ich ja wieder was ausgelöst, war gar nicht meine Absicht... Ich glaube aber, dass Andreas nichts gegen diese Diskussion hat, sonst hätte er ja nicht daran teilgenommen. Solche Diskussionen entstehen eben aus einem Keim, da kommt niemand auf die Idee vorher einen Thread zu erstellen.

#27 RE: Bremer Garten von Andreas S 07.01.2018 13:30

avatar

Ich habe kein Problem damit!

#28 RE: Bremer Garten von Flora1957 07.01.2018 14:44

Auch wenn einige hier getätigte Äußerungen belegbar falsch sind, möchte ich hierauf nicht eingehen, da wir uns immer weiter vom Ursprung des Threads entfernt haben und der Titel lautet:''Bremer Garten''. Auch kann ein Garten mit so viel Grün und bunten Blumen nichts Schlechtes sein. Ich für meinen Teil freue mich auf weitere Bilder aus Deinem Garten, lieber Andreas.
Auch ein Garten, der ausschließlich mit Exoten bepflanzt worden ist, kann mein Herz höher schlagen lassen. So bin ich bei meinem Besuch des Botanischen Gartens in Marrakesch von nichts anderem als einem Garten voller Exoten ausgegangen - ein wunderschöner Garten, der unbedingt ein Besuch wert ist.

Liebe Grüße an alle

Lutz

#29 RE: Bremer Garten von Flora1957 09.01.2018 20:50

Hallo Andreas,

diese Rose könnte doch was für Dich sein, oder?

Viele Grüße von einem Bremer, der ins schöne Oldenburg ausgewandert ist

Lutz

#30 RE: Bremer Garten von Andreas S 10.01.2018 08:19

avatar

Leider bin ich nicht so der Rosen-Fan. Aber die Idee ist super!

Xobor Einfach ein eigenes Forum erstellen