#1 Ravenea rivularis ... Sumpf ist Trumpf von MarcTHR 31.08.2017 10:48

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Ich erinnere mich, dass vor Jahren Ravenea rivularis recht häufig im Angebot war. Sogar in den Gartenabteilungen von Baumärkten gab es die Art regelmäßig.
Warum ist sie nun aus der Mode?

Als Kübelpflanze mit Sommerfrische war sie eigentlich nie so heikel. Trotzdem ist mir eine größere vor Jahren nach längerem Siechtum, dass sich im Winterhalbjahr im Wohnzimmer verstärkte eingegangen. Trotz Spurenelemente-Zusatz wurde sie immer gelber, von Wedel zu Wedel.

Angespornt von andalusischen Beispielen habe ich ab Winter 2013/14 einige Exemplare an der Algarve ausgewildert.
Während es die Schwesterarten eher trockener (R. xerophila, R. glauca) oder mild ausgeglichen (R. sambiraensis, R. madagascariensis) feucht mögen, liebt Ravenea rivularis "Outdoor" den nassen Sumpf. Sehr viel Wasser jahrrund- muito agua continuamente!

Drei größere Exemplare wachsen fröhlich in einem ganzjährig feuchten Sumpfloch, da an dieser Stelle Wasser aus dem Berg drückt (Bild 1). Ergänzt hatte ich diese "Ravenea-Schonung" durch mehrere kleine Sämlinge der Art, die es 2015 beim Münchner Händler gab.
Ab und an muss ich Cyperus alternifolius, Setaria palmifolia und Sämlinge von Salix, Alnus und Acacia heraustrimmen.... sonst wachsen die Palmen schnell im Dickicht.
Eines ist im Sumpf schwierig: Düngen.
Spurenelemente (v.a. Mangan) versuche ich als Blattdünger bereitzustellen.

Eine weitere wächst am Rande eines Stauteiches, der übers Jahr 3-4m Wasserstandsschwankungen hat. Im August steht diese Palme etwa 2m oberhalb des Wasserspiegels. Im Winter für 2-3 Monate untergetaucht ohne sichtbare Beeinträchtigung.

Eine weitere steht ebenfalls an einer eher feuchten Stelle (zumindest im Winter sumpfig), und konkurriert mit einem immer massiver werdenden Philodendron (Bild 2). Diese hatte im Januar '17 einen Frostschaden nach zwei Reifnächten, da sie eher im offenen Gelände steht. Seither sind aber mehrere neue Wedel gewachsen.
Als Zeigerpflanzen für gute Ravenea rivularis Standorte dient offenbar die Schwarzerle. Überall wo diese durchhält, schafft es auch die Palmenart.... man muss halt vorher den Baum zu Brennholz verarbeiten, um Platz zu schaffen.

Wer im Forum hat Erfahrungen mit dieser schönen Art?

#2 RE: Ravenea rivularis ... Sumpf ist Trumpf von Phoenix 31.08.2017 11:52

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Hallo Marc,

ich habe diese Palme schon viele Jahre, wie du schreibst gab es die früher im Gartencenter und ist jetzt nirgends mehr zu finden. Sie hat schon ein nettes Stämmchen, nur die Wedel, die sie im Winter drinnen bekommt werden im Frühjahr draußen nach und nach braun, egal ob sie zuerst im Schatten an die Sonne gewöhnt werden oder nicht. An dem halbschattigen Standort gefällt es ihr eigentlich ganz gut und macht über den Sommer immer einige frische Wedel. Ich glaube ein Satz frische Erde im neuen Topf würde ihr bestimmt gut tun, das werde ich nächstes Frühjahr angreifen. Der Wasserbedarf ist auch bei meiner nicht so üppigen Ravenea rivularis imens. Irgendwie hänge ich an dieser Palme.

Viele Grüße Manne



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#3 RE: Ravenea rivularis ... Sumpf ist Trumpf von MarcTHR 31.08.2017 12:21

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Hallo Manne,

danke für deine Erfahrungswerte und auch das Bild dazu! Mit meiner Kübel/Zimmer-Ravenea hatte ich eben gerade vergleichbare Beobachtungen. Ich denke bei jener, die bei mir verschieden ist, war es am Ende ein Wurzelproblem. Vielleicht fehlt im Winter einfach das Licht.

An der Algarve ist UV ja ausreichend vorhanden, sogar im Winter. Eventuell kann es ihr bei den leichten Nachtfrösten alle Schaltjahre mal zu kalt sein, aber wenn sich die Art dauerhaft auf die Bodenreaktion dort einstellen kann, bin ich zuversichtlich.

Übrigens hast du eine tolle Dipladenie in Vollblüte! Ich habe auch "abgelegte" Exemplare an der Algarve gepflanzt, wobei sie dort am besten im Halbschatten an Korkeichen emporranken. Jedoch ist die Blüte dann erst verzögert im Kronenbereich der Bäume wieder fülliger (ich glaube die werden ja auch irgendwie mit Stauchungsmitteln vorm Verkauf behandelt, damit sie in der ersten Saison als Sommerpflanze blühen).

#4 RE: Ravenea rivularis ... Sumpf ist Trumpf von Phoenix 31.08.2017 12:49

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Hallo Marc,

gerne, drum ist ja ein Forum da um sich auszutauschen und zu fachsimpeln. Danke für's Dipladenienlob, ich habe auch festgestellt, dass die im Halbschatten besser gedeihen als in der prallen Sonne, steht bei mir ostseitig (bis ca. 11.00h Sonne). Ich habe die Dipladenie schon einige Jahre und die hat nur beim Kauf schon im Frühsommer geblüht, seitdem setzt die Blüte ab ca. Mitte Juli ein und steht nun seit 2 - 3 Wochen in Vollblüte. Ich denke auch, dass die irgendwie behandelt werden, wer kauft schon einen Sommerblüher ohne Blüten. Übrigens hat die Ravenea schon ein paar leichte Fröste unbeschadet überstanden.

Viele Grüße Manne

#5 RE: Ravenea rivularis ... Sumpf ist Trumpf von Mathias 31.08.2017 14:40

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Eines vorab- R.rivularis ist eine wunderschöne Pflanze!

Ich hatte eine von 2010 - 2016, leider hat sie nicht so ganz meinen Vorstellungen entsprochen.
Überwinterung relativ warm - war immer problemlos, dann allerdings immer Sonnenbrandschäden im Mai nach dem Rausstellen.
Dabei hat sie dann immer 2-3 Blätter verloren.
Hinzu kam öftere Gelbfärbung.
Laut Literatur eine Folge von Magnesiummangel der bei ihr öfter auftritt.
Nach Magnesiumgabe war das dann weg.


Sie brauchte dann immer bis zum Herbst um allein die Verluste von Frühjahr auszugleichen.
Auch wenn in der wenigen Literatur etwas anderes steht glaube ich, dass sie doch höhere Sommertemperaturen braucht als wir ihr im Mitteleuropa duchschnittlich bieten können.

Da ich keine Palme haben wollte die Outdoor nicht richtig wächst, habe ich mich von Ihr getrennt und sie gegen eine Parajubaea eingetauscht.

Ich bin sicher, sie ist eine wunderschöne Palme für wärmere, ganzjährig helle Wintergärten, leider nicht für mich im Sommer outdoor.
Gruß Mathias

#6 RE: Ravenea rivularis ... Sumpf ist Trumpf von MarcTHR 31.08.2017 15:05

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Hallo Mathias,

stimmt.... auch englischsprachige Foren überm großen Teich bemängeln die Qualitäten von Ravenea rivularis als "Zimmerpalme" mit oder ohne Sommerfrische.

An der Algarve hat sie wenigstens 9-10 Monate pro Jahr ausreichend hohe Temperaturen (Tag/Nacht-Durchschnitt), sodaß sie von Ende Februar bis Mitte Dezember sichtbar wächst. Ganz klar ist das Wachstum im Sommer schneller - mit ausreichend Wasserangebot.

An Magnesium scheint es ihr im Boden nicht zu mangeln, da ein Blattdünger mit Mangan, Eisenchelat, Molybdän u.a. Spurenelementen des Wiederergrünen bewerkstelligt.

Parajubaea sind auch sehr elegante und pflegeleichte Arten. Ich habe P. torallyi var. microcarpa, P. cocoides und P. sunkha als unproblematische Arten. Es heisst zwar gerade diese Hochgebirgsarten würden mit dem heißen mediterranen Sommer nicht gut klarkommen, aber ich erkenne da keine negative Beeinträchtigungen.

#7 RE: Ravenea rivularis ... Sumpf ist Trumpf von Phoenix 31.08.2017 17:46

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Hallo Marc,

hast du zufällig mal ausprobiert oder weiß jemand anders ob die Ravenea einen Wurzelschnitt beim Umtopfen verträgt, wäre interessant zu wissen.

Viele Grüße Manne

#8 RE: Ravenea rivularis ... Sumpf ist Trumpf von MarcTHR 31.08.2017 18:53

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Hallo Manne,

also direkt einen "gepflegten Wurzelschnitt" habe ich noch nicht bei der R. rivularis probiert. Allerdings ist die Art sehr hart im Nehmen was katastrophale Behandlung angeht:

-verheerende Überflutung mit "Abschwimmen" der Pflanze und Wiederentdeckung 2 Wochen später im Treibgut etwa 200 m flussabwärts und dabei Schreddern aller Blätter und des Wurzelballens wurde überlebt und Pflanze wächst heute noch

-mehrfaches Herauswühlen durch Wildschweine und Vertrocknen durch Herumliegen über Wochen - wurde ebenfalls überlebt und Regeneration aus einem "Stumpf" im feuchten Sumpf ging flott

-auch das Ausgraben unter Abstechen eines praktikablen Wurzelballens zum Umpflanzen (eine Durchfahrt musste erweitert werden) bei einer Pflanze die zwei Jahre im Boden war wurde ohne Probleme toleriert

Mein Fazit ist, dass sie Wurzelschnitt vertragen sollte....aber vielleicht besser zu Beginn der nächsten Vegetationsperiode

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