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#1 Das Jahr der Jubaea! von Stephan_Trier 12.07.2017 13:27

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Nachdem meine beiden Jubs den zurückliegenden, für unsere Verhältnisse durchaus etwas härteren Winter, dank situativem Schutz an den schlimmsten Tagen, diesmal gottlob völlig unbeeindruckt überstanden haben, scheinen sie nun massiv von einem endlich mal wieder mit Wärme und reichlich Sonnenlicht verwöhnenden Sommer zu profitieren! Vor allem die, die an begünstigtem Standort im Garten diese Bedingungen nahezu uneingeschränkt genießen darf.

Hier also mal ein Vergleich, der allen Leuten, die vor Jubaea wegen ihres „ach so langsamen Wachstums“ zurückschrecken, vielleicht etwas Mut machen kann.

Er zeigt den Zuwachs der günstger Stehenden und deutlich schneller Wachsenden meiner Beiden seit dem 28. April. Also das, was in runt 10 Wochen beziehungsweise wohl etwa der halben Saison, so möglich ist. Zur besseren Vergleichbarkeit habe ich auf den beiden ersten Bildern zwei Wedel mit a und b markiert.

28. April




11. Juli




Schaut man etwas genauer hin, also von oben Richtung Wachstumszentrum, so kann man auch nachvollziehen, was sich genau getan hat. Auf den beiden folgenden Bildern habe ich den Zuwachs seit dem einmal einfach durchnummeriert. Das erste Bild ist vom 6. April, also noch etwas älter. Hier sieht man, wie der letzte Speer aus dem vorigen Herbst, der im Winter noch vollständig geschlossen war, gerade beginnt, sich zu öffnen. Den habe ich mal „1“ genannt...




...und hier das Bild von gleicher Stelle am 11. Juli,...



...auf dem man sieht, dass die Jub diesen Speer inzwischen nicht nur komplett geöffnet, sondern schon vier weitere mehr oder weniger geöffnete neue Wedel geschoben hat. Ganz unten ist sogar schon ein neuer Speer erkennbar, der, wenn man den ersten in diesem Jahr Geöffneten mitzählt, Wedel Nummer sechs bilden wird. Die Gesamthöhe ist momentan um die 1,60m. Da aber noch keiner der neuen Wedel so richtig vollständig ausgewachsen ist, sollte eine Endhöhe um die 1,80m in dieser Saison durchaus drin sein. Wobei es in diesem Stadium ja noch deutlich mehr in die Breite als in die Höhe geht.

Mal schauen, was die zweite Saisonhälfte noch bringt. Vor „langsamem Wachstum“ braucht aber, wenn eine gesunde Pflanze an einem guten Standort erst einmal etabliert ist, nach meiner Erfahrung auch bei Jubaea niemand Angst zu haben. Ich glaube nicht, dass z.B. eine Phoenix unter ähnlichen Bedingungen in dieser Zeit deutlich mehr zurgelegt hätte.

#2 RE: Das Jahr der Jubaea! von Vitja 12.07.2017 14:08

Hi Stephan,
Danke für deinen Positiven Bericht. Deine Jubaea entwickelt sich hervorragend.

Jetzt überlege ich mir die auch noch anzuschaffen. :)

#3 RE: Das Jahr der Jubaea! von Pingsten 12.07.2017 17:43

Hört sich auf jeden Fall gut an. Meine große will dieses Jahr noch nicht so richtig durchstarten. Öffnet grade erst Wedel 2 und 3. Dafür hat sie ungemein an Stammdurchmesser zugelegt, in dieser Zeit hatten die Wedel komplett Stillstand. Sie tickt halt einfach etwas anders wie die anderen. Der Stamm hat im Frühjahr jetzt im Durchmesser über 17cm zugelegt und das mit den Wedeln ging vor 3 Wochen erst langsam los und ist jetzt beim dritten. Könnte doch noch eine gute Saison werden, ich bin gespannt

#4 RE: Das Jahr der Jubaea! von Olli 12.07.2017 20:02

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Hallo Stephan,

tolle Entwicklung.
Von meinen Phoenix abgeleitet würde ich sagen, dass sie in der zweiten Hälfte der Wachstumszeit wahrscheinlich sogar mehr zulegt als in der ersten.
Bis sie in die Gänge kommen dauert es immer etwas. Die Tageslänge ist im Frühling zwar schon da, aber die Temperaturen sind oft noch nicht so wachstumstauglich. Einmal in Schwung ist der Zuwachs im Juli/August/September dann entsprechend größer als im April/Mai/Juni.

Grüße

Olli

#5 RE: Das Jahr der Jubaea! von Stephan_M 12.07.2017 20:27

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TOP @Stephan_Trier !

Schöner Vergleich. Leider ist meine Jubaea noch lange nicht in diesem Zustand. Und so schöne Dokumentationsfotos habe ich auch nicht. Aber ich will es trotzdem mal versuchen:

Ausgangszustand bei mir im Frühjahr 2015 gepflanzt. Absolut überständig, d. h. viel zu lange im zu kleinen Topf gehalten. Viele Fieder ramponiert, sehr viel Gelb, ein absoluter Pflegefall!



Herbst 2015, noch gelber. Ein einziger Speer hat ein wenig geschoben. Gut zu erkennen am Winterrand. Den Wedel mit dem Winterrand habe ich mal mit -1 bezeichnet, ist auch für die spätere Orientierung gut zu gebrauchen.



Im Spätsommer letzten Jahres hat sich dann angedeutet, dass die Jubaea auch bei mir zulegen möchte. Ich denke, einen Fieder hat sie dann noch geschafft. Das ist Fieder 0.

Das ist der Zustand heute. Alles in allem ist das kleine vergilbte Ding inzwischen auch bei Fieder 5 (!) in diesem Jahr angelangt. Die Chlorose schwindet nach und nach. Und auch wenn die alten Fieder inzwischen richtig Sch... aussehen. Ich habe bis auf einen kleineren Anteil noch sehr viel alte "Blattmasse" an der Palme belassen.



Auch die Knolle hat sehr gut zugelegt, wie der Vergleich zum Ausgangszustand zeigt.



Interessant finde ich, dass wir hier im Norden leider bislang einen eher unterdurchschnittlichen Sommer hatten. Wir liegen 1,7 Grad unter dem langjährigen Schnitt, haben sehr viele und ausgiebige Regentage gehabt. Und dementsprechend auch zu wenig Sonne. Vor diesem Hintergrund bin ich auch mit meinem "Pflegefall" sehr zufrieden. Ich hätte einen solchen Zuwachs bei den geschilderten Ausgangsbedingungen niemals erwartet.

Insoweit:

Auf das Jahr der Jubaea!

Gruß

Stephan

#6 RE: Das Jahr der Jubaea! von Marcel 12.07.2017 21:28

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Hallo Stephan, deine Jubaea sieht echt super gesund aus.
Kannst du mir sagen wieviel der Stammdurchmesser ist?

Wieviel ist die Tiefsttemperatur die du ihr zumutest im Winterschutz?

Hier zum Vergleich meine Yatay x Jubaea, 1,2m hoch und rund 20cm Stammdurchmesser.

#7 RE: Das Jahr der Jubaea! von Jubi 12.07.2017 21:56

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Hallo liebe Gemeinde
Tolle Doku und schöne Bilder dazu. Das sagt mir nur eins, dass aller Anfang schwer ist und Geduld sich am Ende auszahlt.
Mir geht es ähnlich wie Stephan_M. Im Frühjahr 2015 erworben und eingepflanzt mit null Wachstum. Über das Jahr gesehen mit Verfärbung ins gelbliche (Alle Energie wurde in Bildung von neuen Wurzeln gesteckt). Das konnte man ganz gut feststellen, wenn man unten, an der Basis etwas die Erde entfernt hat. Im darauf folgenden Jahr kaum eine Änderung. Es öffnete sich nur ein Wedel und die Altwedel bauten weiter ab. Die wollte man nicht wirklich jemanden zeigen. Jetzt im 3. Jahr endlich das erste mal spürbares Wachstum und es öffnet sich der 3. Wedel. Das macht Mut und bestätigt nur, dass man auf dem richtigen Weg ist.
Gruß Jubi

#8 RE: Das Jahr der Jubaea! von Lars 13.07.2017 07:58

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Hallo Stephan,

wie schützt Deine Jubaea?

#9 RE: Das Jahr der Jubaea! von Stephan_Trier 13.07.2017 12:34

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danke für die zahlreichen Komplimente!

@Stephan_M :
Ist doch auch ein schöner Zuwachs, der hoffen lässt, dass das mal eine wuchtige, gesunde Jub wird! Das mit dem Stillstand im Auspflanzjahr scheint bei Jubaea recht häufig zu sein. Zumindest kenne ich das auch von der Anderen, die etwas ungünstiger steht. Die bekommt deutlich weniger Sonnenstunden und steht in unmittelbarer Wurzelkonkurrenz zu einem über 15 Meter hohen Götterbaum. Die hat, obwohl Anfang Juli gepflanzt, wo eigentlich noch genug Zeit war, auch nur den aktuellen Speer knapp 15 Zentimeter weitergeschoben und ist dann erstmal stehengeblieben. Weiter ging es erst in der Folgesaison. Da kamen dann drei Wedel und mehr bringt die, obwohl ein Jahr vor der Anderen gepflanzt, auch heute noch nicht. Insofern ist Deine doch gut unterwegs!

Etwas anders war es bei der hier Gezeigten. Die habe ich im Mai 2012 gepflanzt und sie hat von Anfang an durchgehend neue Wedel geschoben. Gleich in der ersten Saison waren es drei geöffnete und ein Speer. Hier nochmal ein Bild vom Auspflanzzustand:



Höhe damals: rund 80 Zentimeter.

Ansonsten, schon merkwürdig, wie unterschiedlich die Sommer sein können. Im letzten Jahr gab es wohl vor allem im Südosten, aber auch im Osten schon früh, ab Mai/Juni echten Hochsommer. Zu der Zeit konnte man hier Angst bekommen, dass der Sommer komplett ausfällt: Kälte, fast Dauerregen. Ich erinnere mich, dass es bis fast zum August nicht möglich war, auch nur mal ein Grillwochenende zu planen und ich fast jedes Mal, wenn ich mich aufs Rad gesetzt habe, eingesaut worden bin. Und in diesem Jahr haben wir gerade bereits die vierte Hitzewelle mit Temperaturen deutlich jenseits der 30 Grad hinter uns und die Fünfte steht offenbar bevor. In zwei der drei Juni-Dekaden verzeichnet die DWD-Wetterstation auf dem Petrisberg Hitze-Rekorde seit Messbeginn 1948. Höchster Wert am 22. Juni mit 36,5 Grad! Mehrfach wurde in Trier die höchste Tagestemperatur in ganz Deutschland gemessen und irgendein Ort im Moseltal war fast immer unter den Top Ten. Natürlich ist das für vernünftiges Wachstum eigentlich schon wieder zu heiß. Aber über diesen Sommer können wir uns, nachdem der April schon wieder Übles hatte befürchten lassen, wirklich nicht beklagen.


@Marcel, Lars :
Mit dem „Stammdurchmesser“ messen ist ja immer so eine Sache: Misst man über die Blattbasen oder dazwischen? Ich hab mal geschaut und würde näherungsweise sagen, so um die 28-29 Zentimeter.

Auch das mit den Temperaturen lässt sich nicht so gantz pauschal sagen. Im März 2013 hatte ich schon ausgepackt, als es nochmal richtig in den Keller ging. Damals hat sie, mit Schneeauflage, in der Spitze rund -7 und mehrfach um die -5 inklusive ein paar Tage Dauerfrost ungeschützt und unbeschadet überstanden. Im vorletzten Winter haben ein paar Tage Kahlfrost im Januar mit Temperaturen nicht unter -6 - nach einem bis dahin viel zu warmen Winter - gereicht, um ihr ordentlich eins mitzugeben. Damals gab es einen Speerverlust, der wohl mindestens fünf Wedel gekostet bzw. stark geschädigt hat. In diesem (von Anfang an etwas strammeren) Winter hab ich dann an den heftigsten Tagen mit 100 Gramm- Vliessäcken und 160 Watt-Lichtschläuchen geschützt. Das hat gereicht, um Außentemperaturen von knapp -9 auf -4 bis 5 innen abzumildern, was, wie man sieht, klaglos toleriert worden ist.

Generell schütze ich, solange keine Temperaturen von klar unter -5 unausweichlich anstehen, überhaupt nicht.

#10 RE: Das Jahr der Jubaea! von Pingsten 13.07.2017 13:06

Leider kann man es schlecht erahnen und ich muss auch noch ein Bild von letztem Jahr raus kramen. Aber es könnte ihr Jahr werden. Hab nen Flaschenöffner dabei gelegt um etwas abschätzen zu können.

#11 RE: Das Jahr der Jubaea! von Stephan_Trier 13.07.2017 16:33

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Zitat von Olli im Beitrag #4
Von meinen Phoenix abgeleitet würde ich sagen, dass sie in der zweiten Hälfte der Wachstumszeit wahrscheinlich sogar mehr zulegt als in der ersten.
Bis sie in die Gänge kommen dauert es immer etwas. Die Tageslänge ist im Frühling zwar schon da, aber die Temperaturen sind oft noch nicht so wachstumstauglich. Einmal in Schwung ist der Zuwachs im Juli/August/September dann entsprechend größer als im April/Mai/Juni.

Ja, das wäre natürlich umso besser...

...und dieses Phänomen kenne ich auch - in einer leichten Abwandlung - vor allem von der Washi. Die legte normalerweise, ganz besonders in diesem Jahr, schon sehr früh mächtig los, schwächelte dann über den Sommer etwas, um fast schon im Herbst vor allem im Hinblick auf die Gesamthöhe ihren Haupt-Saisonzuwachs zuzulegen. Dieses Jahr hat die ja schon sehr früh zwei wahre Riesenblätter geschoben. Was danach kam, war deutlich kleiner und die aktuell schiebenden Speere scheinen wieder eher die Größe vom Saisonanfang zu haben. Erklären kann ich mir das nur so, dass die ersten Wedel, die kommen, eigentlich noch dem Vorjahr zuzurechnen sind, also schon am Ende der letzten Saison angelegt waren, und es dann halt wieder langsam los geht.

#12 RE: Das Jahr der Jubaea! von Raffa 13.07.2017 21:05

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Hi Stephan
Tolle Doku,danke fürs zeigen.Gruss raffa

#13 RE: Das Jahr der Jubaea! von Marcel 13.07.2017 21:35

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Stephan, ich hatte dich nach dem Stammdurchmesser gefragt, da es mich wundert ob der Stamm meiner y x j hybride einen jubaea ähnlichen Zuwachs bekommt oder ob er schlanker bleibt.

Flo hat ja die gleich Hybride im Tessin ausgepflanzt. Seine hat mehr yatay Blut als meine.

#14 RE: Das Jahr der Jubaea! von Pingsten 13.07.2017 23:09

Ich vermute mal die wird wesentlich schlanker bleiben. Man sieht ja schon an den Blattbasen, dass diese eher ausgeformt sind wie bei einer Butia Yatay. Sie ist ja jetzt auch nicht so schlank aber nicht mit einer Jubaea zu vergleichen. Diese Hybride finde ich immer cool, der Hintergrund ist ja auch ein bissl die Winterhärte einer Jubaea einzukreuzen. Nur wer geht denn bitte bei diesen schönen Exemplaren Risiko... Vermutlich die wenigsten. Es wird ja immer an sehr jungen Pflanzen probiert. Dann sagt dann einer, sind bei -7°C hops gegangen, ja logisch macht auch der ein oder andere Jubaea Sämling :-D habt ihr da Erfahrungswerte?

#15 RE: Das Jahr der Jubaea! von pheno 14.07.2017 08:41

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Eure Pflanzen sind allesamt toll anzusehen !
Meine Jubea sind noch Babys

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